XAIOX iTrackU

Zwar besitze ich als Handy die Eier legende Wollmilchsau namens Nokia N95 mit integriertem GPS-Empfänger, doch irgendwie wirklich zufriedenstellend ist das nicht. Mal abgesehen davon, dass der Empfänger an sich schon nicht gerade zu den empfängsstärksten zählt, ist es zudem eher unpraktisch, das Handy die ganze Zeit vor sich hin zu halten, um einen akzeptablen Empfang zu haben.

Warum also nicht einen externen GPS-Empfänger, den man unterwegs dann auch so anbringen kann, dass er stets guten Empfang hat? Diese Idee gepaart mit ein wenig Neugier hat mich zu folgendem Gerät geführt: XAIOX iTrackU. Das unscheinbare Kästchen ist nicht nur ein externer GPS-Empfänger, der per Bluetooth mit dem Handy kommuniziert. Zusätzlich ist der iTrackU noch ein GPS-Logger, er zeichnet also auch ohne verbundenes Endgerät die aktuelle empfangenen Satellitensignale auf, so dass man sie später auslesen kann.

Wozu braucht man das? Nun, Anwendungen gibt es viele. Allen voran eben profanes Tracking, wenn man aufzeichnen möchte, wo man z.B. entlang gefahren/gelaufen/gewandert ist. Immer dann, wenn man keinen festen Straßen und Routen folgt, ist das zumindest interessant. Die Tracks lassen sich zudem in gängige Programme exportieren, wie z.B. Google Earth.

Eine weitere Anwendung ist das Geotagging von Fotos. In den Exif-Daten lassen sich neben den üblichen Informationen auch die Koordinaten ablegen, wo das Foto geschossen wurde. Wie funktioniert das? Die über den Tracker aufgezeichneten GPS-Daten werden mit einer Software mit den Zeitstempeln der Fotos abgeglichen, die jeweilige Position ermittelt und anschließend in der Fotodatei gespeichert. Entsprechende Software vorausgesetzt lässt sich dann gleich eine Karte anzeigen, wo man das Foto aufgenommen hat: Urlaubsalbum 2.0.

Aber zurück zum iTrackU: Das Gerät gibt es in zwei Versionen mit unterschiedlichen Empfangs-Chips. Die erste verwendet den weit verbreiteten SirfStar III, die zweite den eher unbekannten Nemerix. Warum das? Der SirfStar ist zwar über jede Zweifel ein guter Chipsatz, jedoch ist er sehr Stromhungrig. Kritiker behaupten zudem, dass seine außergewöhnlichen Empfamngseigenschaften zu einem Teil nur Mythos sind. Aber egal.

Der aus der Schweiz stammende Nemerix ist deutlich stromsparender, was sich in der Bauform des iTrackU direkt widerspiegelt. Denn die Nemerix-Variante ist ein Stück kleiner und beherbergt einen schwächeren Akku. Dennoch schafft es dieser, den Empfänger laut Datenblatt zwei Stunden länger mit Strom zu versorgen. Das sollen 9 Stunden sein. Nun gut.

Bedienung

Der iTrackU ist denkbar einfach zu benutzen: Einschalten — geht. Per (deutsch!) Sprachausgabe wird man darüber informiert, dass die Satelliten gesucht werden. Der Erfolg ist GPS-typisch nach wenigen Sekunden bis mehreren Minuten vorhanden, worauf eine rote LED unter dem Satellitensymbol frohlich blinkt.

Die Sprachausgabe lässt sich übrigens abschalten, bzw. in der Lautstärke sozialverträglich einstellen. Auch kann man die hinterlegten Wave-Dateien nach Belieben austauschen.

Standardmäßig ist Bluetooth aktiviert, nach dem Einschalten innerhalb der ersten Sekunden ist zudem immer die Paarungsbereitschaft aktiv. Bluetooth lässt sich zum Stromsparen jederzeit ausschalten — genauso wie die blinkenden LEDs.

Ansonsten muss man nicht viel tun. Sobald der Satellitenempfang da ist, beginnt die Aufzeichnung. Einen besonderen Wegpunkt lässt sich per Knopfdruck speichern. Die Position ist dann beim Auslesen gesondert gekennzeichnet.

Software

Um es kurz zu machen: Die mitgelieferte Software ist eine Frechheit. Die besteht nur aus zwei rudimentär zusammengestoppelten Anwendungen, die weder intuitiv noch wirklich funktional sind. Aber man kann letztlich damit das tun, was man möchte.

Über die Konfigurationssoftware lässt sich z.B. das Intervall einstellen, wann ein Wegpunkt gespeichert werden soll. Wählbar ist dabei eine Zeit oder eine Strecke.

Die Auslesesoftware unterstützt verschiedene Protokolle, wobei man die Knöpfe zwingend in einer bestimmten Reihenfolge drücken muss, damit es überhaupt funktioniert. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, die Daten auszulesen und anschließend mit dem Programm namens „GPSBabel“ dann in das von mir gewünschte Zielformat zu konvertieren. Das funktioniert zuverlässiger.

Empfang

Was soll ich sagen? Funktioniert tadellos. Ich bin von der Empfindlichkeit beeindruckt. Sogar in meiner Dachwohnung habe ich Satellitenempfang. In der Praxis hat man immer wieder mal Ungenauigkeiten oder Aussetzer — aber das ist halt GPS.

Am Handy funktioniert der iTrackU auch tadellos, wie man es von einem GPS-Empfänger erwartet.

Akkuleistung

XAIOX haben sich eine nette Idee einfallen lassen, um den Stromverbrauch weiter zu senken: Empfängt der iTrackU 15 Minuten (einstellbar) keine Positionsänderung, schaltet sich das Gerät ab. Über einen (mechanischen) Bewegungssensor schaltet er sich sofort wieder ein, wenn man sich wieder in Marsch setzt.

Unterwegs hat mich der Akku bisher noch nicht in Stich gelassen. Nur einmal hab ich vergessen, das Gerät aufzuladen, aber das war eben Dummheit. Geladen wird über Mini-USB, wahlweise über den PC oder über das mitgelieferte Netzteil.

Fazit

Nette Spielerei, vielfältige Möglichkeiten, guter Empfänger, wenn man mal von der recht spartanischen Software absieht.

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