Trelock FC840

Kabel- und nutzloser Fahrradtacho

Obwohl ich bei Radtouren schon seit längerem auf mein GPS-Handy vertraue, vermisse ich doch eine simple Anzeige von Geschwindigkeit und zurückgelegter Strecke. Der Zufall wollte es, dass ich über den Trelock FC840 gestolpert bin, den es in einem Sonderangebot gab. Zuschlagen, ausprobieren!

Technik

Wie jeder digitale Fahrradtacho nimmt auch der FC840 die Signale per Magnet und Reed-Kontakt am Vorderrad ab. Der FC840 überträgt diese Signale kabellos, was die Montage wesentlich vereinfacht. Im Gegensatz zu manch einfacheren Modellen mit Funkübertragung hat er zudem eine Einschaltautomatik. Der Empfänger ist also immer auf Lauerstellung und schaltet den Tacho ein, sobald Signale eingehen. Damit der Tacho auch nur die eigenen empfängt, sind diese kodiert: Jeder Sender hat eine vierstellige Nummer. Praktischerweise lässt sich der FC840 mit zwei solcher Empfänger verheiraten, so dass man ihn an zwei Fahrrädern verwenden kann.

Funktionen

Der Tacho kennt verschiedene Modi, über die man mit zwei großen Tasten durchschalten kann. Standard sind Momentangeschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, usw. Wer eine bestimme Strecke fahren möchte, kann die Länge eingeben, die dann rückwärts gezählt wird. Auch Tageskilometer und dergleichen gehören zum Funktionsumfang, wobei sich diese nicht automatisch am nächsten Tag zurücksetzen.

Das Display ist sehr gut abzulesen, neben der rein digitalen Anzeige gibt es noch einen Balken am oberen Rand, der wie bei einem analogen Tacho die Geschwindigkeit visualisiert. Nett, gefällt mir.

Praxis

Nach einem umfangreichen Test im heimischen Wohnzimmer und dem Ausprobieren sämtlicher Funktionen schreite ich zur Montage. Der Sensor ist schnell mit den beigelegten Kabelbindern montiert, der Tacho-Halter selbst mit einem etwas sperrigen Kunststoffband am Lenker befestigt.

Doch dann kommt die Ernüchterung: Er schaltet nicht ein. Was ist passiert? Auf Tastendruck reagiert er, aber die Geschwindigkeit verharrt auf 0 km/h, was unter den gegebenen Umständen leicht untertrieben wirkt. Also Tacho aus der Halterung nehmen und ihn mal direkt neben den Sender halten. Siehe da: Plötzlich zeigt er etwas an. Zurück an der Lenker-Halterung: Nichts. Der FC840 scheint ein klitzekleines Reichweitenproblem zu haben.

Fazit

Meine Herren… Für welchen Einsatzbereich ist dieser Tacho konzipiert? Für Dreiräder? Selbstverständlich hab ich den Sender gleich mal mit einer nagelneuen Lithium-Batterie versorgt. Keine Veränderung. Offensichtlich sind die Signale nicht stark genug, um die geschätzt 50 bis 80cm von der Vorderradgabel zum Lenker zu überbrücken. Zugegeben: Der Tacho selbst sitzt direkt auf dem Lenkerrohr und liegt dadurch logischerweise in dessen Schatten aus Sicht des Senders. Aber eine andere Montage lässt die Halterung nicht zu.

Interessanterweise scheinen schon andere Kunden dieselbe Erfahrung gemacht zu haben. Zumindest lässt sich dies aus den Amazon-Kommentaren erfahren.

Der FC840 hat daher seine Reise zurück angetreten. Kleines Schmankerl am Rande: Der Internet-Schnäppchenshop hat hierbei auf die Einsendung in ein Service-Center in den Niederlanden bestanden – Portokosten 15 Euro, die er aber umgehend erstattet hat. Bei einem Warenpreis von rund 30 Euro kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man damit ein Geschäft machen sollte.

Der FC840 ist übrigens nicht mehr im Sortiment von Trelock. Wie sich die Nachfolgemodelle verhalten, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Trelock FC840

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