Son of Hibachi

Holzkohlegrill zum Zusammenklappen

Der Sommer hat ja nun (in)offiziell begonnen, somit also auch die Saison, in der rohes Fleisch über glühende Kohlen gehalten wird. Nicht jeder hat den Platz für einen großen Grill oder möchte ihn auch gerne mal unterwegs nutzen. Genau hier kommt ein tragbarer Klappgrill ins Spiel. Und einer der pfiffigsten derzeit ist der Son of Hibachi.

Technik

Der Son of Hibachi verfügt über zwei Flügel, die zu den jeweils gegenüber liegenden Seiten auseinander geklappt werden. Damit erhält man zwei etwa frühstücksbrettgroße Grillflächen mit gusseisernen Grillrosten, die selbstverständlich in verschiedenen Höhen eingehängt werden können. In der Mitte zwischen den Scharnieren der beiden Flügeln sitzt der Aschekasten mit Schublade, in die beim Zusammenklappen die verbrannte Kohle fällt.

Zum Anzünden – der Knackpunkt bei jedem Grill – nutzt der Son of Hibachi den Kamineffekt: Dazu füllt man die beiden Seitenteile mit Kohle, hängt die Roste auf niedrigster Stelle ein und klappt den Grill zu. In den Aschekasten kommt der Grillanzünder, die Flammen schlagen nach oben und entzünden die Kohle. Durch die aufsteigende Hitze wird Luft von unten angesaugt, die Hitze steigt nach oben und brennt nach und nach alle Kohlen an. Wenn die oberste Schicht Kohlen glüht, klappt man den Grill auseinander, setzt die Roste auf die gewünschte Höhe und kann loslegen.

Nach dem Grillen geht es genauso weiter: Noch mit heißer Kohle klappt man beide Seiten wieder hoch, wordurch die Grillreste von den Rosten abgebrannt werden. Zur Reinigung muss man sie später praktisch nur noch mit einem Tuch abwischen.

Wer noch eine gute Menge Restkohle im Grill hat und diese gerne noch nutzen möchte, kann den Grill nun in die mitgelieferte Tasche stellen. Ja, richtig: Der heiße, glühende Grill wird im geschlossenen Zustand eingepackt. Genau dafür wurde die Tasche konzipiert, die auf der Innenseite, eine hitzebeständige Schicht hat. Die Tasche wird (luftdicht) verschlossen, wodurch die Restglut erstickt.

Praxis

Ich war zunächst beeindruckt von der pfiffigen Idee, dann aber skeptisch. Sollte das wirklich funktionieren? Dem Grill ist eine einfache, groß bebilderte Anleitung beigelegt. Wem das nicht reicht, der kann sich auch die Schulungs-DVD anschauen, deren Video qualitativ allerdings eher an diese Werbefilmchen erinnert, die überall an den Regalen eines beliebigen Baumarkts flimmern. Nun gut.

Nach dem erstmaligen Zusammenbauen – es müssen nur die Füße eingesetzt werden – ging es an den Selbstversuch. Grillbriketts rein (ja, bitte diese kleinen Eierbriketts nehmen!) und Roste einsetzen. Hier hakelten die Aufnahmen ein wenig, was sich allerdings mit wenig Kraft zurecht biegen ließ. In Ermangelung richtigen Grillanzünders habe ich in die Aschebox in Alkohol getränktes Papier gelegt. Ging auch, hat aber ordentlich gequalmt.

Zu meiner vollsten Freude hat das Anzünden mit dem propagierten Kamineffekt wunderbar funktioniert. Nach dem Aufklappen muss man dann allerdings die glühend heißen Roste auf eine höhere Stufe versetzen. Problematisch dabei: Die Roste haben keine Griffe. Man verwendet dazu jedoch die obere Klappe, an die für genau diesen Zweck ein zusätzlicher Haken angebracht wurde. Mit ein bisschen Übung klappt das auch recht gut, allerdings saßen die Roste bei mir ein bisserl fest in den Halterungen, so dass ich mit der Grillzange gegenhalten musste. Okay, das weiß ich also fürs nächste Mal.

Nach dem Auflegen des Grillguts ist mir dann ein weiterer Anfängerfehler aufgefallen: Durch das Zusammenklappen rutscht die Kohle zusammen, nach dem Aufklappen hätte ich sie wieder etwas besser verteilen oder von vornherein etwas mehr einfüllen müssen. Hätte ich eigentlich auch sehen können, aber irgendwie war mein Hunger dann doch größer.

Das Grillen selbst war problemlos und genau so, wie man es erwartet. Die vergleichsweise kleinen Grillroste erlauben selbstverständlich nicht, dass man gleich eine ganze Armee begrillt, aber die gesamte Fleischladung für zwei Personen habe ich in einem Durchgang (inkl. gegrillten Auberginen) drauf bekommen. Reicht doch.

Auf das Freibrennen der Roste am Ende habe ich mich am meisten gefreut. Also Grill wieder zuklappen und so ein paar Minuten stehen lassen. Obacht, es ist ein Grill! Also alles heiß. Doch wenn man an den äußeren Enden der Füße anfasst, dann ist das überhaupt kein Problem.

Auch das „Ersticken“ in der Tasche, das mir am meisten Sorgen bereitete, hat funktioniert. Den Grill dazu einfach an den zu einem Griff zusammengeklappten Beinen vorsichtig in die Tasche setzen und Reißverschluss zu. Wichtig: Die Zipper müssen unten sein! Bleiben sie oben, erhitzt sich das Metall und beschädigt den Reißverschluss.

Ich hab ein paarmal die geschlossene Tasche von außen kontrolliert: Wird ordentlich warm. Nun gut, ist ja noch Garantie drauf.

Am nächsten Morgen dann der Check: Tasche ist noch da, Grill auch. Von den Kohlen sind kleine Kugeln übrig geblieben, die etwa ein Drittel des ursprünglichen Volumens einnehmen. Der Rest liegt im Aschekasten. Die Tasche sieht auch unversehrt aus, auch wenn sie an einer Stelle von innen von silbern auch leicht golden die Farbe gewechselt hat. Die Roste sind auch sauber, wenn auch mit einer leichten Ascheschicht überzogen.

Fazit

Nicht schlecht! Der Grill scheint tatsächlich das zu halten, was der Hersteller verspricht. Was nicht so gut gefällt, ist die an manchen Stellen etwas grobe Verarbeitung. Aber es passt alles, es lässt sich alles wie gewünscht bedienen und bewegen. Beim zweiten Einsatz hab ich mehr Kohle verwendet, aber dafür am Anzünder gespart. Böser Fehler, denn die Flamme ging aus und ich musste nachlegen. Nächstes Mal verwende ich richtige Grillanzünder-Würfel.

Ich bin durchaus begeistert, dass der „Kleine“ funktioniert. Mobil habe ich ihn noch nicht eingesetzt, mit seinen 8 kg ist er auch nicht gerade ein Leichtgewicht.

Son of Hibachi Klappgrill mit Tasche

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