Selfsat H30 Flachantenne

Mietwohnungsfreundlicher Satellitenempfang

Es reicht! Ich bin es echt satt! Seit bestimmt 15 Jahren tu ich mir in meinen bisherigen Wohnungen das hiesige Kabelfernsehen an. Aber irgendwann ist Schluss mit dem miesen Grisselbild bzw. digitalen Dropouts durch die maroden Hausverkabelungen und schlechten Einspeisungen und dem engeschränkten bzw. kostenpflichtigen Digitalangebot im Kabel. Der Umstieg auf Satellitenempfang ist die Lösung – dank unauffälliger Flachantenne auch für Mietwohnungen. Die Auswahl der empfangbaren Kanäle ist größer, nur wer unbedingt privates Werbefernsehen in HD sehen möchte, muss zusätzlich eine geringe Jahresgebühr zahlen.

Vor rund einem halben Jahr habe ich den Schritt gewagt und kann daher auch gleich einen Erfahrungsbericht abliefern. Das Grundproblem sind ja nach wie vor die renitenten Hauseigentümer, die eine Satellitenantenne als „Wertminderung“ ihrer Immobilie ansehen. Zwar ist das mittlerweile bei weitem nicht mehr überall rechtlich haltbar, aber im Zweifelsfall droht ein nervtötender Rechtstreit. Obwohl ich einen sehr liberalen Vermieter habe, von dem ich keinen Ärger in dieser Art zu erwarten habe, habe ich mich dennoch für eine eher unauffälligere Antenne entschieden. Denn wer weiß schon, wo ich in zwei, drei Jahren wohnen werde?

Die Wahl ist auf die Selfsat H30 gefallen: Eine typische Flachantenne, die keine „Schüssel“ mit vorstehendem Empfangsteil darstellt, sondern nur aus einem flachen Kasten besteht, der bereits alle Technik enthält. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern dieser Gattung ist die Selfsat nicht quadratisch, sondern mehr breit als hoch. Das ermöglicht die Montage in einer Fensternische, sofern diese nach Süden zeigt.

Aufbau und Ausrichtung

Die Selfsat H30 wird mit Montagematerial für die Wand- oder Mastmontage geliefert. Die Grundplatte am Haltearm verfügt über mehrere Schraubenlöcher, so dass sie sich an horizontalen oder vertikalen Strukturen befestigen, sowie direkt auf einen planen Untergrund schrauben lässt. Ich habe die Halterung an mein Balkongeländer befestigen wollen, wobei dann leider die beigelegten Schrauben um einen halben Zentimeter zu kurz waren. Abhilfe lässt sich im örtlichen Baumarkt schaffen, wobei man hier darauf achten muss, dass der Schraubenkopf nicht zu groß ist. Zum Anschluss benötigt man nur noch ein wenig Satellitenantennenkabel und ggf. eine Fensterdurchführung. Hier findet man eine nette Galerie von Amazon-Kunden, wie sie die Antenne angebracht haben.

Ist der Halter erst einmal montiert, ist der restliche Aufbau einfach. Dem Set liegt ein Spielzeug-Kompass bei, der verwundernswerter Weise tatsächlich eine Hilfe darstellt. In der Anleitung findet sich zudem eine Liste mit Orten, die bei der Ausrichtung behilflich ist. Sofern man einen Blick auf den angeschlossenen Fernseher hat, lässt sich die Selfsat H30 auch ohne Sat-Finder von Laien ausrichten. Dazu bedarf es nur ein wenig Geduld, da man den Himmel mit feinen Veränderungen an der Richtung „abtasten“ muss. Dazu ist an der Halterung eine Grad-Skala angebracht, nach der man die Ausrichtung bestimmen kann.

Dazu habe ich die Antenne zunächst leicht unterhalb des in der Tabelle angegebenen vertikalen Winkels ausgerichtet und dann ganz langsam von links nach rechts bewegt, immer um die Position des von mir gesuchten Astra herum, der sich ja um 19,2° von der Südachse in östlicher Richtung befindet. Stückweise habe ich die Neigung der Antenne leicht nach oben verändert, und nach kurzer Zeit meldete mein Fernseher ein Bild.

Die Kreuzaufhängung der Selfsat lässt sich dabei gut dosierbar festziehen, so dass ein leichtes Verschieben noch möglich ist. Nach zehn Minuten hatte ich die optimale Ausrichtung gefunden, so dass ich die Schrauben nun arretieren konnte. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass man die Richtung nicht nochmals verändert.

Empfangseigenschaften

Die Selfsat H30 vollbringt keine Wunder. Sie ist ein guter Kompromiss zwischen Bauform und Empfangsstärke, kann aber aufgrund ihrer Größe nicht mit großflächigen Spiegeln mithalten. Mein Fernseher zeigt Signalstärken – je nach Transponder – zwischen 60 und 70% an. Das reicht für einen störungsfreien Empfang. Bei einem Gewitter-Platzregen neulich sank der Wert auf 40% ab, ohne dass der Empfang abriss. Also was will man mehr? Bei starkem Unwetter bricht der Empfang jedoch schon mal so weit zusammen, dass es zu Aussetzern kommt. Wer also eine absolut wettersichere Antenne haben möchte, sollte sich etwas größeres suchen. Für 99,5% der Wetterlage hierzulande reicht die Selfsat H30 meiner Meinung nach bestens aus.

Da ich das digitale Fernsehen auch direkt aufzeichne und den gespeicherten Stream vor dem Archivieren einer Fehleranalyse unterziehe, kann ich die gute Empfangsqualität bestätigen, auch wenn es hin und wieder zu einzelnen Fehlern kommt, die beim Fernsehen jedoch nicht auffallen würden — der Analysator sieht sie dennoch.

Praxis

Ich habe die Position der Antenne noch zwei, drei Male nachjustiert und noch ein paar Prozent auf manchen Transpondern herausholen können. Dabei kommt es insbesondere in der vertikalen Ausrichtung um winzige Änderungen an. Im Gegensatz zu klassischen Offset-Spiegeln, die fast vertikal stehen, bietet die Selfsat H30 Angriffsfläche für Regen und Schnee. Da letzteres vergangenen Winter eher selten war, kann ich daher nicht viel darüber sagen, ob die Antenne dazu neigt, zuzuschneien. Ich werde dies in Erwartung eines harten Winters dann nächstes Jahr nachholen.

Fazit

Ich bin mit der Antenne zufrieden. Sie tut das, was sie soll. Sonst kann man nicht viel darüber sagen, es ist „nur“ eine Antenne. Ich habe das Modell mit zwei Ausgängen genommen, rückblickend betrachtet hätte es aber auch das mit vieren sein können. Zwar ist als Zubehör ein Austausch-Empfangsteil erhältlich, doch das ist letztlich teurer, als direkt das Modell mit der größeren Anzahl an Anschlüssen zu nehmen.

Selfsat H30 D2 Flachantenne für 2 Teilnehmer
Selfsat H30 D4 Flachantenne für 4 Teilnehmer

Beispielbilder Montagemöglichkeiten der Selfsat H30 

Tipp

Wer noch eine Befestigungsmöglichkeit für die Fensterbank sucht, kann hier z.B. zu einem Türspanner greifen. Die Stange wird einfach in die Fensternische gesetzt und auseinander geschraubt, so dass sie sich festklemmt. Dann die Halterung der Antenne an dem Rohr anbringen, wodurch es gegen weiteres Verdrehen gesichert ist. Fertig. Alternativ sollte es auch ein Türreck tun.

Produktsuche Türspanner
Produktsuche Türreck

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