QNAP TS-112

kleines NAS mit guter Leistung

Das kleine QNAP NAS hab ich zugegebenermaßen jetzt schon seit fast einem Jahr. Dafür darf ich mir dann aber auch ein etwas umfangreicheres Urteil über das Gerät erlauben.

Squeezebox Mediaserver

Erste Frage: Wozu ein NAS? Nun, eigentlich speichere ich alle meine Daten auf lokal angeschlossene Festplatten. So weitläufig ist meine Anwesen nun auch nicht, dass ich an mehreren Orten auf ein zentrales Datengrab angewiesen bin. Der Hauptgrund für meinen Kauf war der Einstieg in die Squeezebox-Welt. Was ist Squeezebox? Das sind netzwerkbasierte Musikabspielgeräte, die auf einen zentralen Server und somit eine zentrale Musikbibliothek zugreifen können. Zu diesen possierlichen Geräten werde ich demnächst noch einiges schreiben.

Um ein Squeezebox-System betreiben zu können, ist ein Server notwendig. Wer nur web-basierte Dienste nutzen möchte, kann den öffentlichen Squeezebox-Server von Logitech im Internet nutzen, wer seine eigene Musikbibliothek verwalten möchte, benötigt einen eigenen Server. Als solcher kann jeder PC oder Mac fungieren, aber eben auch diverse NAS-Geräte, womit wir bei dem kleinen, weißen QNAP wären.

Für mich war das ein Sprung ins kalte Wasser, verbunden mit einem anständigen Henne-Ei-Problem. Ohne Server, kein Squeezebox-System, ohne Squeezebox-Player keine Beurteilung des Servers. Also habe ich mich auf technische Daten und spärliche Informationen aus dem Netz verlassen und mich schließlich halbblind für das TS-112 entschieden.

Technische Daten

Im Herzen des QNAP TS-112 schlägt ein mit 1,2 GHz getakteter ARM-Prozessor von Marvell, der speziell für Speichersysteme ausgelegt ist. Als Betriebssystem kommt eine von QNAP angepasste Linux-Version zum Einsatz, die eigentlich alles nötige bietet, aber dazu später mehr.

Das TS-112 kann eine SATA-Festplatte aufnehmen. Wer auf Datensicherheit zur Laufzeit Wert legt, sollte zum großen Bruder TS-212 grefen, in den zwei Platten Platz finden und als RAID genutzt werden können. Das „kleine“ 112 hat jedoch immerhin 3x USB und 1x eSATA, an die weitere Speichermedien angeschlossen werden können, über die dann auch ein regelmäßiges Backup laufen kann. Als Netzwerkanschluss steht selbstverständlich ein Gigabit-Ethernet zur Verfügung.

Besonders angenehm ist, dass das QNAP TS-112 sparsam im Verbrauch ist. Im Betrieb zieht es rund 7 bis 15 W, was für einen Dauerbetrieb durchaus erträglich ist. Im Gehäuse ist zwar ein Lüfter verbaut, bei der von mir gewählten Festplatte kommt er jedoch praktisch nie zum Einsatz.

Einsatz als Datenspeicher

Das QNAP TS-112 erfüllt alle meine Ansprüche an einen externen Datenspeicher. Der Zugriff ist per Windows- oder Apple-Freigaben möglich, wer vom Web aus zugreifen möchte, kann außerdem FTP nutzen. Die Datenrate beim Zugriff im LAN liegen ein gutes Stück hinter den Möglichkeiten eines Gigabit-Netzwerks zurück, aber deutlich über 100-Mbit/s-Geschwindigkeit. Die tatsächliche Datenrate hängt selbstverständlich von der jeweiligen Netzwerktopographie und der verwendeten Festplatte ab.

Server-Qualitäten

Interessant wird das NAS in meinen Augen erst durch die zusätzlichen Funktionen, die das Gerät über die reine Datenspeicherei hinaus bietet. So arbeitet das TS-112 bei mir auch als Drucker-Server, damit mein USB-Drucker von jedem Rechner aus erreichbar ist. Das ist praktisch.

Richtig interessant wird es jedoch mit dem Plugin-System, über dass sich verschiedene Pakete auf dem Gerät installieren lassen, die dann die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. Eine dieser Aufgaben ist der bereits erwähnte Squeezebox-Server. Allerdings seit hier gleich vorweg gesagt, dass die 1-Klick-Installationslösung hier nicht den neuesten Serverversion mitbringt. Wer up to date bleiben möchte, ist leider gezwungen, selbst Hand anzulegen. Dazu ist es notwendig, ein Anwendungsframework zu installieren, das mit der jeweiligen Squeezebox-Serverversion zusammenarbeitet. Dazu sind z.T. Grundkenntnisse in Linux-Systemen angebracht, die Anleitungen muss man sich aus Foren zusammenfischen. Insofern ist die Werbeaussage von QNAP, dass das NAS als Squeezebox-Server eingesetzt werden kann, ein klitzekleinwenig zu optimistisch. Anfängern würde ich das daher nicht ans Herz legen.

Unter den weiteren Paketen finden sich dann diverse Server-Anwendungen, darunter Intranet- oder Web-Server-Lösungen, aber auch BitTorrent-Clients und Download-Programme für Web-, Sharehoster- oder NNTP-Downloads. QNAP kennt offensichtlich die Zielgruppe.

Als Medienserver abseits der Squeezebox hat das TS 112 auch einiges zu bieten. Zum einen lässt es sich als DLNA-Server verwenden (über das Twonky-Server-Plugin), Bildergalerien lassen auch über den Web-Browser komfortabel ansehen Browser.

Praxis

Das Gerät verrichtet nun seit gut einem Jahr seinen Dienst bei mir, und ich habe keinen Grund zur Klage. Man merkt jedoch hier und da, dass der 1,2-GHz-Prozessor nicht der allerschnellste ist, wenn man mehrere Aufgaben parallel ausüben möchte. Ein Torren-Download kann dabei durchaus die Antwortzeit beim Dateizugriff oder bei der Bedienung der Squeezeboxen beeinträchtigen.

Praktisch ist, dass die übersichtlich gestaltete Verwaltungssoftware auch einen Schedule enthält, über den man neben Backups auch Neustarts des Systems planen kann. Ich hab mein QNAP so eingestellt, dass es jede Nacht einen Neustart vornimmt. Das kostet nichts extra, und ich habe die Gewissheit, dass sich durch die Zusatzprogramme nicht irgendwelche Speicher vollschaukeln.

Fazit

Ich würde mir ein bisschen mehr Leistung wünschen. Aber das Gerät erfüllt seinen Zweck gut und gibt kaum einen Grund zur Klage.

Produktlink: QNAP TS-112

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