Plantronics Voyager 855

Auch wenn ich mit meinem Nokia BH-500 soweit zufrieden bin, schadet es nicht, mal links und rechts zu schauen. Dabei bin ich auf das Plantronics Voyager 855 gestoßen, das vom Gerätekonzept allein das Herz eines jeden Technikverliebten höher schlagen lässt: Ein klassisches Am-Ohr-Headset mit Stereo-Option.

Das Voyager 855 ist vom Grundaufbau baugleich mit dem Voyager 815 — also ein typisches Bluetooth-Headset, das man direkt am Ohr trägt und so ein klitzekleinwenig wie ein Außerirdischer damit aussieht. Glücklicherweise hat haben sich weite Teile der Bevölkerung an diesen Anblick mittlerweile gewöhnt, so dass man nur noch selten auf offener Straße angegafft oder verhaftet wird.

Im Gegensatz zu den meisten Headsets dieser Art ist das Voyager ein In-Ear-System: Man steckt das Ohrpolster ein Stück in den Gehörgang hinein. Dadurch hat man 1. einen halbwegs guten Sitz auch ohne Ohrbügel und 2. eine gute Verständlichkeit, da das Ohr von Außengeräuschen abgeschirmt wird.

Da nicht jedes Ohr gleich geformt ist, legt der Hersteller Ohrpolster in drei verschiedenen Größen bei, nebst einer Variante aus diesem weichen Schaumgummi, aus dem normalerweise Ohrstöpsel gefertigt sind.

Um die Illusion zu erzeugen, dass die Verständlichkeit dadurch verbessert wird, lässt sich die Oberseite des Voyager ein Stück teleskopartig nach vorne in Richtung Mund schieben. Mit dem Öffnen dieses Schiebers lässt sich zudem ein eingehender Anruf direkt annehmen.

Das Gerät verfügt zudem über vier Tasten: Die größte davon dient zum Ein- und Ausschalten, sowie zum Annehmen und Initiieren von Anrufen. Drei weitere, kleinere an der oberen Kante des Headsets schalten das Mikrofon stumm und regeln die Lautstärke.

In der Hauptbedientaste ist zudem eine LED integriert, die blau oder rut leuchtet, um ein optisches Feedback über die getätigten Funktionen zu liefern — parallel zu Signaltönen. Plantronics hat dankenswerterweise darauf verzichtet, das Headset im eingeschalteten Zustand permanent blinken oder leuchten zu lassen, was allerdings auch dazu führt, dass man es gerne mal auszuschalten vergisst. Ein Schmankerl haben sie zudemm eingebaut: Über eine Tastenkombination lässt sich der Ladezustand des Akkus abfragen. Dazu blinkt die LED ein- bis dreimal.

Die Bedienung ist halbwegs intuitiv — viel zu bedienen gibt es ohnehin bei einem Headset nicht. Spezialitäten wie Wahlwiederholung oder Rückruf tätigt man ohnehin besser direkt am Handy, so dass man sich die Tastenkombinationen nicht unbedingt merken muss.

Stereo

Kommen wir aber nun zum Clou, den das Voyager 855 vom 815 unterscheidet: Über ein kurzes Kabel verbindet man einen zweiten In-Ear-Hörer mit dem Gerät, so dass man damit ein Stereo-Headset hat. Das 855 unterstützt die Bluetooth-Protokolle A2DP und AVRCP.

Im Betrieb mit meinem Nokia N95 macht es dabei eine ausgesprochen gute Figur. Die Schwächen der früher von mir gestesteten Geräte besitzt es nicht, bis auf die Einschränkung, dass die Lautstärke nicht vom Handy unabhängig geregelt werden kann.

Der Klang ist gut, wobei die Bässe durchaus etwas kräftiger sein könnten. Dafür brilliert das Voyager im Hochtonbereich und klingt dort z.T. sogar etwas besser als das Nokia BH-500.

Praxistest

Zum dauerhaften Tragen bzw. Musikhören nutze ich das Gerät nicht, da das Headset aufgrund seines zwar geringen, aber dennoch vorhandenen Gewichts bei Bewegungen am Ohrhörer wackelt. Das ist nicht schlimm, empfinde ich dennoch als etwas unangenehm, da man das Gefühl hat, dass es rausfallen könnte (was es aber tatsächlich nicht so schnell tut).

Als echten Vorteil gegenüber der Geräte mit separaten Kopf-/Ohrhörern sehe ich klar, dass es praktisch schnurlos funktioniert. Das Kabel zum zweiten Ohrhörer ist so kurz, dass es locker im Nacken liegt und nicht weiter auffällt. Aus diesem Grund benutze ich das Voyager mittlerweile gerne im Fitnessstudio, da ich bei den herkömmlichen Kopfhörern hier immer das Problem hatte, dass ich mich mit dem Kabel verhedderte. Irgendwie war es immer irgendwo im Weg. Das geht mit dem Voyager schon deutlich besser. Zwar komme ich mir mit diesem „Käfer im Ohr“ ein wenig albern vor, aber lasse reden… ;-)

Über die Laufzeit kann ich nicht wirklich etwas sagen. Der Hersteller spricht von 5 Stunden — ausgetestet habe ich es noch nicht.

Verarbeitung

Da kann man eigentlich nur sagen: Tadellos. Das Kabel zum zweiten Ohrhörer ist mit einem Textilmantel versehen, so dass Schäden nicht zu erwarten sind. Die Kabelaustrittsöffnungen bestehen auf beiden Seiten aus Gummi, so dass zusätzlicher Knickschutz gewährleistet ist.

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