Nokia Essence BH-610

Bluetooth Stereo Headset mit aktiver Geräuschunterdrückung

Hurra, endlich wieder ein Bluetooth-Headset im Test. Diesmal habe ich mir das Nokia Essence vorgenommen, das mit einer aktiven Geräuschunterdrückung ausgestattet ist, die insbesondere tiefe, monotone Umgebungsgeräusche ausfiltern und somit den Musikgenuss verbessern soll.

Technik

Von meinen bisherigen Stereo-Headets, die ich hier getestet habe, unterscheidet sich das Nokia Essence in einem entscheidenden Punkt: Die Ohrhörer sind fest mit dem Gerät verbunden und lassen sich nicht tauschen. Das hat auch seinen Grund, denn in jedem Ohrhörer ist gleichzeitig ein kleines Mikrofon eingebaut, das die Umgebungsgeräusche aufnimmt. Das Steuergerät erzeugt daraus dann einen Gegenschall, der über die Ohrhörer abgegeben wird und das ursprüngliche Geräusch damit weitestgehend auslöschen soll.

Aktiviert wird dieses Wunderwerk der Akustik über einen separaten Schiebeschalter an der Seite. Das hat den Vorteil, dass man die Geräuschunterdrückung auch dann einschalten kann, wenn das eigentliche Bluetooth-Headset nicht in Betrieb ist, um einfach mal ein bisschen Ruhe haben möchte. Dann darf man nur nicht vergessen, den Schieber irgendwann wieder auf „aus“ zu stellen. Bei aktivem Bluetooth-Headset schaltet sich die Geräuschunterdrückung automatisch ab, sobald man das Headset ausschaltet.

Der „Rest“ des Headsets entspricht im Großen und Ganzen dem, was Nokia auch bei anderen Modellen zu bieten hat. Über vier Tasten auf der Vorderseite schaltet man es ein und bedient die Wiedergabetasten und Rufannahme. An der Seite befindet sich eine Schaltwippe für die Lautstärkeregelung, an der schmalen Kante gibt es zusätzlich zwei Knöpfe zur einstufigen Bass- und Höhenverstärkung – das war’s.

Das Bluetooth-Pairing funktioniert wie üblich über das lange Gedrückthalten des Einschalters oder bequem per NFC. Sofern man ein entsprechend ausgestattetes Handy hat, reicht es dazu aus, das Headset ans Handy zu halten, schon wird gekoppelt. Leichter geht es kaum.

Am rechten Ohrhörerkabel befindet sich zusätzlich noch ein Mikrofon zum Telefonieren. Die Qualität scheint gut zu sein, zumindest hat sich noch niemand bei mir beschwert.

Nicht ganz so verständlich ist, dass am Headset noch der alte Nokia-typische Ladeanschluss mit dem Mini-Hohlstecker vorhanden ist, obwohl schon seit einiger Zeit die aktuellen Nokia-Handys auf Micro-USB-Ladeanschlüsse umgestellt wurden. Also muss man nun doch wieder zwei Ladegeräte einpacken.

Praxis

Zur grundsätzlichen Bedienung und Funktionsweise gibt es nicht viel zu sagen. Das Pairing funktioniert einwandfrei, die Musik- und Telefonfunktionen im Zusammenspiel mit meinem Nokia-Handy ebenfalls. Auch die NFC-Funktion ist praktisch: Denn auch wenn Telefon und Headset bereits gepaart sind, kann man darüber das Headset einschalten und die Verbindung aufbauen, was in der Praxis manchmal schneller geht, als auf den Einschaltknopf zu drücken.

Der Klang der fest angebundenen In-Ear-Kopfhörer ist nach meinem Geschmack gut und ausgewogen. Im Vergleich zu meinen Ohrhörern von Sennheiser und Beyerdynamic kann ich keine gravierenden Schwächen erkennen. Lediglich die Kabel sind ein bisschen dicker, da ja, wie bereits erwähnt, ein „Rückkanal“ für die integrierten Mikrofone vorhanden ist.

Die Geräuschunterdrückung arbeitet erstaunlich gut, allerdings filtert sie nur tiefe Töne aus. Wer hofft, damit die bisweilen lästigen Gespräche von Mitreisenden in Bahn und Flugzeug ausblenden zu können, wird leider enttäuscht, da die mittleren und höheren Töne nach wie vor durchkommen. Aber das können meines Wissens auch die anderen am Markt verfügbaren Systeme nicht leisten.

Die Musikübertragung per Bluetooth erfolgt komprimiert. Im Gegensatz zu anderen Geräten verwendet das Nokia Essence jedoch einen höherwertigeren Codec, so dass der Klang kaum leidet. Allerdings gibt es – wohl systembedingt – ein leichtes Grundrauschen, das besonders dann auffällt, wenn es nicht vorhanden ist. Klingt komisch, ist aber so. Wenn der Tonpegel unter ein bestimmtes Maß fällt, dann schaltet das Headset offensichtlich in einen Ruhemodus, man merkt, wie das feine Rauschen plötzlich abebbt und ein watteartiges Nichts sich breit macht.

Bei ausgeschalteter Geräuschunterdrückung klingt das Headset auffällig dünn, schaltet man sie ein, wirkt die Musik schlagartig voluminöser, woran auch immer das liegen mag.

Die Klangregler, nein, die Klangschalter lassen sich für meinen Geschmack nicht so wirklich mit dem hochwertigen Anspruch vereinbaren. Bass und Höhen an und aus – mehr nicht? Da bieten andere Geräte wenigstens mehrere Stufen. Ich hab beides „eingeschaltet“, da es einfach besser klingt.

Auch die Klemme auf der Rückseite, mit der sich das Nokia Essence an der Kleidung befestigen lässt, wirkt recht billig. Es ist praktisch nur ein Kunststoff-Streifen, den man aufbiegen kann. Beim BH-500 war es noch eine richtige Klammer mit Feder.

Beigelegt ist noch ein Nackenband, das man in die beiden Ohrhörerkabel einhaken kann, so dass man sich das Modul dann um den Hals hängen kann. So wirklich praktisch finde ich das jetzt nicht.

Fazit

Das Nokia Essence Stereo Bluetooth Headset hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Oberseite mit den gebürsteten Alu-Applikationen wirkt sehr hochwertig, der etwas billig wirkende Plastik-Clip auf der Rückseite wiederum nicht. Klanglich ist das Headset durchaus gut, auch die Kabelgeräusche halten sich sehr in Grenzen.

Nokia Essence Stereo Bluetooth Headset

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  1. Erfahrungsbericht Nokia Essence BH-610 | Der Technonaut

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