Nokia Asha 302

billiges Business-Handy

Nokia hat vor kurzem eine neue Serie vorgestellt: Nokia Asha. Zielgruppe sind klar preisbewusste Käufer, hauptsächlich in den Entwicklungsmärkten. Aber auch hierzulande wird diese Serie vertrieben und stellt durchaus eine interessante Alternative zu teuren Smartphones dar. Allerdings darf man nicht zu viel erwarten. Das Nokia Asha 302 war zumindest für den von mir vorgesehenen Einsatzzweck eine große Enttäuschung.

Technik

Das Nokia Asha 302 entstammt der bewährten Serie S40, die eigentlich die klassischen Nokia Telefone darstellt. Die Serie S60 bezeichnet die Symbian-Telefone, die ja mittlerweile zum Aussterben verdammt wurden. Dies scheint der Grund gewesen zu sein, dass Nokia die „einfachen“ Telefone noch einmal aufgewertet hat.

Äußerlich ähnelt das Nokia Asha 302 einem typischen BlackBerry-Telefon, also einem Barren-Modell mit Volltastatur. Der Bildschirm löst ausreichende 320 × 240 Pixel auf. Das Gerät verfügt über eine Kamera mit 3,2 Megapixel Auflösung, allerdings ohne Blitz oder Hilfslicht. Eine Frontkamera gibt es nicht.

Das Nokia Asha 302 unterstützt sämtliche GSM-Standards, sowie selbstverständlich UMTS. Zusätzlich findet das Gerät per WLAN und Bluetooth Anschluss. Der interne Speicher von 256 MB lässt sich über eine microSD-Karte erweitern.

Das Gerät ist angenehm leicht, da das Gehäuse größtenteils nur aus Kunststoff ist. Lediglich der Akkudeckel ist aus dünnem Blech.

Ausstattung

Das S40 Betriebssystem fühlt sich ein klein wenig an wie ein Smartphone. Über einen App-Store lassen sich sogar kleine Anwendungen nachinstallieren, die auf Java bzw. einem speziellen Webformat basieren. Zur Verfügung steht alles was man als Basisausstattung für ein etwas smartes Telefon sich vorstellen kann, darunter auch Anwendungen für Facebook und WhatsApp.

Wie man durch die Volltastatur schon vermuten kann, handelt es sich bei dem Nokia Asha 302 um eine kleine Kommunikationsmaschine. Ein E-Mail-Programm ist daher obligatorisch. Seit kurzem bietet Nokia auch Tools für Microsoft Exchange an. Dadurch wird das Asha auch für Business-Anwendungen interessant. Und ist letztlich aus genau diesem Grund in mein Blickfeld geraten.

Praxis

Meine Idee war, einem befreundeten Unternehmer eines kleinen Betriebs eine zentrale Terminverwaltung einzurichten. Als Sahnehäubchen fehlte dazu nur noch einen Telefon, das den mobilen Zugriff auf Kontakte, Termine und E-Mails ermöglicht. Da es dem deutschen Mittelstand nicht gerade gut geht, sollte diese Lösung möglichst wenig kosten. Da kam mir das Nokia Asha 302 gerade recht, denn mit knapp 100 Euro lag es genau im Budget.

Um die Microsoft-Exchange-Integration nutzen zu können, war zunächst einmal ein Softwareupdate notwendig. Nachdem das erledigt war, ließen sich die Exchange-Tools installieren. Anschließend folgte über einen kleinen Wizard die Einrichtung der Server-Verbindung.

Das lief erstaunlich reibungslos.

Doch dann fingen die Probleme an: zwar synchronisierte das Telefon brav alle Daten, doch die versendete Test-E-Mail wollte irgendwie nicht ankommen. Wobei das nur der erste, verkehrte Eindruck war. Denn tatsächlich kam sie an. Einmal. Zweimal. Dreimal. Und immer, immer wieder. Immer wieder dieselbe E-Mail. Mein Postfach wurde überschwemmt von dieser einen E-Mail. Auf dem Telefon selber blieb die Synchronisierung scheinbar an dem Punkt E-Mails hängen. Offensichtlich kam es zu einem Problem mit der Kommunikation mit dem Server, so dass das Telefon ist nicht mitbekam, dass die E-Mail erfolgreich versandt wurde.

Wo jetzt das Problem zu suchen war, ist schwer zu sagen. Denn auf der anderen Seite kam kein echter Microsoft-Exchange-Server zum Einsatz, sondern ein Open-Xchange-Server. Frustrierend.

Also versuchte ich im nächsten Schritt, die E-Mails aus der Exchange-Synchronisierung herauszulassen, und nur Kalender und Kontakte zu übertragen. Denn für E-Mails stand als Alternative noch IMAP zur Verfügung. Doch auch hier gab es Probleme: Aus irgendwelchen Gründen, die vermutlich nur Nokia selbst versteht, lässt das Nokia-E-Mail-Programm keine detaillierte Konfiguration zu. Man gibt nur die E-Mail-Adresse an, den Rest versucht das System selbst zu erraten. Wenn es nicht weiter kommt, hat man immerhin die Möglichkeit, die Server-Adressen anzugeben.

Dann lassen sich zwar E-Mails senden und empfangen, jedoch ist man gefangen in Nokias E-Mail-System. Denn eigentlich unterstützt der E-Mail-Client sogar Push-E-Mail, also die automatische Übermittlung einer E-Mail auf das Handy, sobald diese im Postfach eingeht. Dummerweise funktioniert das jedoch nur mit E-Mail-Adressen, die bei Google oder Yahoo liegen. Wer eine andere E-Mail-Adresse hat, schaut dabei in die Röhre. Da der E-Mail-Client keinerlei Einstellungen hat, dass E-Mails in bestimmten Intervallen abgefragt werden sollen, muss man seine E-Mails immer manuell checken. Was sie sich dabei gedacht haben, wissen wohl nur die Finnen selber.

Kurzum: Da die E-Mail-Adresse selbstverständlich nicht bei Yahoo oder Google liegt, ist der interne E-Mail-Client für den vorgesehenen Zweck unbrauchbar, weil ein automatische Abruf einfach nicht wählbar ist. Und das ist umso bekloppter, weil dies auf anderen Nokia-Geräten durchaus möglich ist, wenn auch manchmal nur mit Tricks.

Zu guter Letzt ist mir dann schließlich noch aufgefallen, dass sich noch nicht einmal das Benachrichtigungssignal für E-Mails einstellen lässt. Das muss man sich einmal vorstellen: Ein Mobiltelefon, das praktisch den Klingelton erfunden hat, das ausgerechnet für E-Mails keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten für eben jenen Klingelton besitzt.

Dass man auf dem Startbildschirm, der eine Art Widgets unterstützt, zwar den Kalender in einer Vorschau sehen kann, aber keine E-Mails, hat das unausgereiften Bild, das das Nokia Asha 302 vermittelt hat, nochmals abgerundet.

Fazit

Nokia: das war wohl nichts! Das Nokia Asha 302 ist an sich ein schönes Gerät. Wer es als reine E-Mail- und Facebook-Maschine nutzen möchte, der bekommt ein solides, leichtes, einfach zu bedienendes Gerät, vorausgesetzt, man nutzt einen Google- oder Yahoo-Account.

Die Business-Funktionen kranken an der Ausführung. Wenn man einmal von den Versandproblemen mit der E-Mail über Exchange absieht, von dem ich nicht genau sagen kann, wer da nun letztlich die Probleme bereitet hat, bleibt immer noch ein hakeliger Exchange-Client und ein nicht änderbarer Signalton übrig.

Nokia Asha 302

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