Netatmo Regenmesser

Digitaler Regensensor für vernetzte Wetterstation

Meiner Netatmo Wetterstation habe ich ja bereits einen ausführlichen Testbericht gewidmet. Als zusätzliche Sensoren wird unter anderem ein Regenmesser angeboten, der die aktuelle Regenmenge an die Station meldet. Aus Neugierde und Spieltrieb konnte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen, mir auch dieses Gerät zu besorgen, um meine Wetterstation zu komplettieren und stets im Bilde zu sein, wieviel es bei mir daheim regnet.

Technik

Ein Regenmesser arbeitet stets nach dem gleichen Prinzip: Ein Trichter fängt das Regenwasser auf. Anhand der gesammelten Wassermenge und der Größe des Trichters, wird die Regenmenge pro Quadratmeter hochgerechnet. Während der klassische Regenmesser das Wasser in einen Messbecher laufen lässt, den man selbst ablesen und ausleeren muss, erledigen das die elektronischen Regenmesser automatisch.

Die Ermittlung der Wassermenge bei einem elektronischen Regenmesser funktioniert auch verblüffend einfach: Im Inneren befindet sich unter dem Trichter eine Wippe mit zwei Waagschalen. In die jeweils obere Schale läuft das Wasser, bis diese so schwer ist, dass die Wippe umkippt. Das Wasser läuft raus, die andere Schale füllt sich, bis die Wippe wieder kippt. Jeder dieser Vorgänge wird gezählt, daraus errechnet sich die Wassermenge, die pro Zeiteinheit durch den Trichter fließt.

Nach diesem Prinzip funktionieren die meisten elektronischen Regenmesser, so auch der von Netatmo. Im Gehäuse befindet sich die – logischerweise wasserdicht verschlossene – Zähl- und Sende-Elektronik mit Batteriefach, daneben die kleine Wippe aus Kunststoff. Wenn es nicht gerade vom Prasseln des Regens übertönt wird, kann man das Klackern der Mechanik aus nächster Nähe sogar hören.

Praxis

Die Installation eines neuen Sensors an die Netatmo-Wetterstation ist recht einfach, allerdings muss man sie dazu an einen Computer per USB-Kabel anschließen. Über ein eigenes Installationsprogramm wird die Verbindung zwischen dem neuen Sensor und der Station hergestellt, so dass sie fortan miteinander verbunden sind.

In den Apps und auf der Web-Site ist fortan die Regenmenge als eigenes Diagramm zu sehen, bei den Apps muss man für die Anzeige der aktuellen Regenmenge jedoch die Ansicht immer umschalten, was ich nicht so gelungen finde.

WP_20150326_18_50_16_ProDas Aufstellen des Regenmessers hat Netatmo auch etwas kompliziert gestaltet. Die Ablaufrinnen für das gesammelte Regenwasser befinden sich direkt an der Unterseite, man sollte den Regenmesser also nicht auf eine ebene Fläche stellen. Statt dessen sollte man das im Boden eingelassene Stativgewinde dazu benutzen, ihn irgendwo exponiert aufzustellen. Um eine realistische Regenmenge messen zu können, sollte er mit 1m Abstand frei stehen, was ja irgendwie nachvollziehbar ist.

Um eine entsprechende Halterung muss man sich leider daher selbst bemühen. Bei mir steht der Regenmesser auf dem Flachdach einer Garage. Dazu habe ich mir eine einfacher Halterung für Überwachungskameras besorgt und diese auf einen Pflasterstein geschraubt.

Es sind auch Erdspieße und Wandhalterungen mit Stativgewinde von diversen Herstellern für kleines Geld erhältlich, so dass man hier schnell fündig wird. Ihn ohne Befestigung irgendwo stehen zu lassen, würde ich eher nicht, da das Gehäuse recht leicht ist und daher bei stärkerem Wind umgeblasen werden könnte.

Ich habe den Regenmesser jetzt seit drei Monaten im Einsatz. Die Messung scheint zuverlässig, wobei mir hier die echten Vergleichswerte fehlen. Prinzipbedingt braucht es immer eine Mindestmenge an Regen, um überhaupt etwas anzuzeigen. Wenn es nur einmal kurz nieselt, ohne dass dabei überhaupt ein paar Tropfen zusammenkommen, die den Trichter hinab rutschen können, findet keine Messung statt. Logischerweise funktioniert der Regenmesser bei Schnee ebenfalls nicht. Erst wenn es taut, läuft das Wasser ins Zählwerk.

Als nette Spielerei kann man letztlich noch betrachten, dass sich über die Netatmo-Wetterstation auch eine Automatisierung per IFTTT einstellen lässt, so dass sich bestimmte Aktionen auslösen lassen, wenn es zu regnen beginnt und wieder aufhört. Da es bei IFTTT ja kaum Begrenzungen gibt, wäre hier z.B. eine automatische Steuerung einer Markise durchaus denkbar.

Fazit

Über Sinn und Zweck einer ans Internet angeschlossenen Wetterstation kann man streiten. Genauso kann man darüber streiten, welchen Nutzen denn eine Regenmessung hat. Ein Bekannter von mir hat eine Gärtnerei, für den sind diese Werte durchaus von Relevanz, für mich ist es ein schönes Gimmick, das gut zu den anderen Sachen passt, die ich zwar nicht brauche, aber an denen ich dennoch Spaß habe. Der Netatmo Regenmesser passt sich perfekt in das System ein und erfüllt zuverlässig seinen Zweck.

Produktlink: Netatmo Regenmesser

Zur Befestigung:

Erdspieß mit Stativgewinde
Wandhalterung (groß) mit Stativgewinde
Wandhalterung (klein) mit Stativgewinde

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