Joby Gorillapod SLR

flexibles und ultraleichtes Stativ für ungewöhnliche Befestigung

Nun, ich hatte schon mal für meinen Fotoapparat so ein winziges Stativ mit flexiblen Füßen gehabt und fand das soweit auch ganz praktisch. Damit konnte man die Kamera unterwegs problemlos auf einen Tisch oder zur Not auch ein Autodach abstellen, um mal schnell ein wachelfreies oder fernausgelöstes Foto schießen zu können. Für meine digitale Spiegelreflexkamera ist ein derartiges Spielzeug natürlich völlig ungeeignet — dachte ich zumindest, bis ich mir die Produktvorstellung des Joby Gorillapod in die Hände kam. Denn beim Joby Gorillapod handelt es sich quasi um den großen Bruder meines Mini-Stativs.

Ausstattung

Den Joby Gorillapod gibt es in drei Varianten bzw. Größen. Der kleinste ist für normale Digitalkameras geeignet, der mittlere für Spiegelreflexkameras bis 0,8 kg und der größte für die besonders schweren Dinger inklusive Zoom-Objektiv. Sowohl der kleine als auch der mittlere ist mit einer Wechselplatte ausgestattet, die es erlaubt, das Stativ schnell an die Kamera zu stecken und wieder zu entfernen. Aus Stabilitätsgründen hat man wohl darauf bei der großen Variante verzichtet. Gekauft und gestestet habe ich die mittlere.

Die Beine des Joby Gorillapod bestehen aus aneinander gesteckten Kugelgelenken — also ein Element hat auf der einen Seite eine Kugel, auf der anderen eine Pfanne. Die Elemente bestehen aus stabil wirkendem Kunststoff und stecken so stramm ineinander, dass man sie mit leichtem Kraftaufwand bewegen kann, sie aber ansonsten eine stabile Konstruktion darstellen.

Um jedes Kugelelement ist ein Ring aus rutschfestem Gummi gelegt, der dem Joby Gorillapod sie einzigartigen Befestigungsmöglichkeiten erlaubt.

Bedienung

gorillapod_24Der Joby Gorillapod lässt sich wie ein herkömmliches Dreibeinstativ verwenden — mit entsprechend bescheidener Höhe also für den Tisch oder für Makroaufnahmen. Die Beine lassen sich so verbiegen, dass man auch auf unebenem Untergrund die Kamera so ausrichten kann, dass man waagerechte Fotos aufnehmen kann.

Die Besonderheit des Joby Gorillapod besteht nun darin, dass man die Beine so verbiegen kann, dass man sie um Pfosten von Straßenschildern, um Geländer oder Äste von Bäumen schlingen kann. Die Möglichkeiten sind hier schier unbegrenzt.

Praxis

Der Joby Gorillapod ist kompakt und leicht, so dass er einen festen Platz in meiner Kameratasche gefunden hat. So ist er immer dabei, wenn ich unterwegs bin und kein großes Stativ mitschleppen möchte. Zudem eignet er sich auch hervorragend dazu, das Blitzgerät an sinnvollen Positionen aufzustellen bzw. aufzuhängen.

Die Standardposition — also die Nutzung als Dreibeinstativ — meistert der Joby Gorillapod bestens. Allerdings fordert das genaue Ausrichten der Kamera auf das Objekt ein wenig Geduld, da man dazu die notwendigerweise recht schwergängigen Gelenke verbiegen muss. Eine Feinjustierung um nur wenige Grad ist daher etwas knifflig.

Die Meisterklasse des Joby Gorillapod ist aber die Befestigung an vertikalen Rohren. Hier muss man beachten, dass die Stand- bzw. Hängefestigkeit nicht dadurch erreicht wird, dass die Beine das Rohr festklemmen, sondern dass die Beine durch die Gummierung am Herunterrutschen gehindert werden und das Gewicht der Kamera hier für den nötigen Anpressdruck sorgt. Dementsprechend funktioniert diese Befestigungsart auch nicht an jeder Stange oder Geländer. Zudem erfordert es auch ein wenig Geschick, in dieser Position die Kamera horizontal zu Positionieren.

Fazit

Der Joby Gorillapod sollte in keiner Kameratasche fehlen, denn er füllt die Lücke zwischen dem freihändigen Fotografieren und der Verwendung eines richtigen Stativs. Behelfsmäßige Basteleien, bei denen man die Kamera auf der Tasche oder einer zusammengelegten Jacke zu betten versucht, entfallen hierbei.

Positiv hervorzuheben ist übrigens der Support der Firma Joby. Wer Ersatzteile benötigt, sollte sich direkt an den US-Online-Shop unter www.joby.com wenden. Die Preise sind auch aufgrund des Dollarkurses niedrig, auch die Versandkosten liegen bei Kleinkram unter dem, was man hierzulande für ein Paket berappen muss. Ich habe mir direkt aus den USA eine weitere Wechselplatte und einen Blitzschuh für den Gorillapod bestellt und dafür zusammen weniger als zehn Euro bezahlen müssen — da gibt es nichts zu meckern.

Weitere Erfahrungen mit dem Joby Gorillapod hat auch Markus Dollinger gesammelt und ein paar schöne Praxisfotos dazu in seinem Blog. Damien Amherd hat die kleine Version des Gorillapod ausprobiert — klappt prima mit kleinen, kompakten Kameras.

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