Freecom MusicPAL

Mein erster Gehversuch mit einem Internet-Radio ist zugegebenermaßen schon ein Paar Jahre her und fand mit dem ersten Modell der Noxon-Reihe von Terratec statt. Um es kurz zu machen, das Gerät wanderte nach einem ernüchternden Test wieder zurück zum Händler. Die Zeit war noch nicht reif.

Umso gespannter war ich auf meinen Spontankauf des Freecom MusicPAL, das in diversen Testberichten und Nerd-Foren durchaus lobend erwähnt wurde. Neuer Versuch, neues Glück. Das Gerät ist zugegebenermaßen nun schon zwei Jahre auf dem Markt, was allerdings dem Hersteller wiederum die Gelegenheit gegeben hat, die Kinderkrankheiten weitestgehend auszumerzen.

Beschreibung

Der MusicPAL kommt im schlichten aber durchaus schicken Gehäuse daher. Aufgrund der relativ geringen Größe hat man sinnvollerweise darauf verzichtet, hier Stereo-Lautsprecher einzubauen. So besteht das Gerät auf der linken Seite optisch nur aus Lautsprecher bzw. dessen Stoff-Bespannung und auf der rechten aus klavierlack-glänzendem Kunststoff mit zwei großen, gummierten Drehknöpfen und zwei kleinen Tasten. Bei dem Display handelt es sich um ein weiß hintergrundbeleuchtetes, dimmbares Matrix-LCD mit heller Schrift auf dunklem Grund, das auch noch aus einer gewissen Entfernung ablesbar ist.

Im Lieferumfang ist eine scheckkartengroße Fernbedienung, sowie allerlei Anschlussmaterial, u.a. auch ein Netzwerkkabel.

Funktionen

Der Hauptanwendungszweck des MusicPAL ist Internet-Radio, und das schafft er bestens. Die Radiosender lassen sich aus einem umfangreichen und über Länder und Genres sortierten Verzeichnis wählen und in einer Favoritenliste abspeichern.

Zusätzlich nimmt der MusicPAL mit UPnP-Musikservern im lokalen Netzwerk Verbindung auf und kann mit der neuesten Firmware-Version auch auf Netzwerk-Freigaben zugreifen. Auf der Geräterückseite befindet sich zudem ein USB-Anschluss, über den sich USB-Medien als Datenquelle nutzen lassen. Interssanterweise war dieser in der ersten Version noch nicht zugänglich.

Ansonsten erfüllt das Gerät vom Funktionsumfang eigentlich alles, was man von einem modernen Radiowecker erwarten kann. Wem der Klang des eingebauten Lautsprechers nicht ausreicht, kann den MusicPAL auch eine Steroanlage anschließen oder Kopfhörer benutzen.

Praxis

Die Bedienung erfolgt fast vollständig über den rechten der beiden großen Drehknöpfe. Man navigiert damit durch das Menü und bestätigt den jeweiligen Punkt durch einen Druck auf den Drehknopf. Zurück geht es über die kleine Menü-Taste daneben. Der Aufbau des Menüs ist frei von Überraschungen, so dass man sich schnell zurecht findet, um die nötigsten Einstellungen vornehmen zu können. Der linke Drekknopf dient ausschließlich zum Ein-/Ausschalten und Regeln der Lautstärke.

Nach Anschluss der Stromversorgung „bootet“ der MusicPAL zunächst, denn in ihm werkelt ein kleiner Linux-Computer. Trennt man ihn nicht vom Strom, so versetzt man ihn beim Ausschalten nur in einen Standby-Modus, aus dem er innerhalb einer halben Sekunde wieder erwacht und sofort betriebsbereit ist.

Seine Lieblingssender hat man schnell über das äußerst umfangreiche Verzeichnis gefunden und in der Favoritenliste abgelegt, deren Sortierung allerdings ein wenig hakelig von statten geht. Die ersten sechs Einträge der Favoritenliste lassen sich über die Fernbedienung direkt über Nummerntasten auswählen.

Der MusicPAL spielt Internet-Radiosender in guter Qualität ab, nur gelegentlich kommt es zu kleinen Aussetzern, was dann aber an der Verbindungsqualität liegt. Auch in Verbindung eines UPnP-Servers gibt es nichts zu beanstanden, sofern dieser im Netzwerk verfügbar ist. Ich verwende z.B. den UPnP-Server meiner Fritz!Box, die Wiedergabe ist einwandfrei.

Mit dem Netzwerk verbunden wirder der MusicPAL per LAN oder WLAN, letzteres nach den gängigen Verschlüsselungsstandards, so dass keine Probleme entstehen sollten.

Wem die Konfiguration per Drehknopf am Display zu umständlich ist, kann dies auch per Web-Browser tun: Der MusicPAL lässt sich komplett vom PC aus fernsteuern, da er einen kleinen Web-Server mit einer Konfigurationsseite zur Verfügung stellt. Warum sich aber ausgerechnet über diesen Weg die Favoriten-Liste nicht sortieren lässt, bleibt vermutlich das Geheimnis der Entwickler. Genauso, warum sich für die Weckfunktion nicht auswählen lässt, welche Musikquelle verwendet werden soll: Der Wecker nimmt einfach den ersten Eintrag aus der Favoriten-Liste. Alternativ lässt sich auch ein Weckton wählen. Immerhin lassen sich mehrere Weckzeiten einstellen und diese zudem auf bestimmte Tage beschränken. Ein Sleep-Timer vervollständigt den Funktionsumfang.

Apropos: Diese sind durchaus recht umtriebig, so dass man nach und nach über Firmware-Updates neue Funktionen zur Verfügung gestellt bekommt.

Fazit

Nettes, praktisches Internet-Radio. Man kommt schnell in die Zwickmühle, wo man es in der Wohnung eigentlich hinstellen möchte: Ins Schlafzimmer als Radiowecker, in die Küche oder ins Wohnzimmer, an die Stereoanlage angeschlossen. Am Ende läuft es dann vermutlich darauf hinaus, dass man sich mehrere dieser Geräte anschaffen muss.

Fehler oder Abstürze habe ich bisher noch nicht feststellen können. Nur einmal hat er sich schwer getan, mehrere Titel von UPnP-Server abzuspielen, allerdings hatte ich dort zwischenzeitlich das angeschlossene Medium gewechselt, so dass der Fehler vermutlich nicht beim MusicPAL zu suchen ist.

Freecom MusicPAL

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