Eye-Fi

Speicherkarte mit WLAN für Digitalkameras

Eine digitale Kamera mit WLAN? Nichts leichter als das: Einfach die Eye-Fi-Speicherkarte hinein und gut ist. Aber vom See das wirklich so? Ich hab’s ausprobiert, nach ein bisschen einarbeiten, klappt wirklich so einfach.

Funktionsweise

Die Eye-Fi-Karte muss man schon irgendwie als kleines, technisches Wunderwerk bezeichnet. Es handelt sich um eine nach außen handelsübliche SD-Card, im Grunde jedoch um eine WLAN-Netzwerkkarte. Auch nach „innen“ verhält sich die Eye-Fi-Karte wie eine stinknormale Speicherkarte, so dass sie mit praktisch jeder Digitalkamera zusammenarbeiten kann.

Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Sobald neue Fotos auf die Karte gespeichert werden, werden diese per WLAN an einen zuvor definierten Speicherort übertragen. Neuere Digitalkameras bieten zudem in ihrer Firmen oder eine direkte Unterstützung der Eye-Fi-Karte, was sich jedoch hauptsächlich darauf beschränkt, ein entsprechendes Symbol ein zu blenden, dass den aktuellen Übertragungszustand anzeigt, sowie eine Auswahl der zu übertragenden Bilder zulässt.

Die Eye-Fi-Karte kennt zwei Übertragungsmodi: standardmäßig verbindet sie sich über das Internet mit dem Eye-Fi-Server, der prinzipiell nur als intelligenter Proxy fungiert und die Bilder direkt an die definierten Zielorte weiterleitet. Die zweite Möglichkeit ist die direkte Übertragung per Adhoc-WLAN mit einem bestimmten Zielgerät, wie zum Beispiel ein Notebook, Smartphone oder Tablet-PC.

Damit all das funktioniert, muss man zunächst am PC die Karte einrichten. Die mitgelieferte Software installiert sich von alleine, darüber lassen sich die Einstellungen verwalten. Das fängt selbstverständlich bei der Definition des WLAN-Netzes an. Die Software empfängt über die Karte alle zur Zeit verfügbaren Netze, und bietet sie zur Auswahl an. Die Einstellung unterscheidet sich nicht wirklich von dem, was man üblicherweise bei solch einer Netzwerk-Definition erwartet. Interessanter wird es dann bei der Auswahl des Speicherziels. Dazu ist es notwendig, ein Benutzerkonto bei Eye-Fi anzulegen, über das alle Geräte identifiziert werden. Als Gerät meine ich jetzt hierbei zunächst alle Eye-Fi-Karten, sowie alle PCs, Smartphones, USB, die die Eye-Fi-Software installiert haben, und als Empfänger fungieren. Man wird also die gewünschte Eye-Fi-Karte aus und gibt ihr ein Standardziel vor. Die Eye-Fi-Software auf dem Zielgerät sorgt dann dafür, dass die Bilder unverzüglich übertragen werden.

Zusätzlich lassen sich noch als Ziele diverser online-Dienste wählen, wie zum Beispiel Flickr oder ein einfacher FTP-Server. Die Auswahl mehrerer Geräte als Ziel ist leider nicht möglich. Zusätzlich bietet Eye-Fi noch kostenpflichtige Mehrwertdienste an, über die sich die Bilder dauerhaft auf dem Server speichern oder in allerlei nützliche oder unnütze Fotoprodukte verwandeln lassen.

Ein weiteres nettes Feature ist der unendliche Speicher. Sobald die Speicherkarte einen bestimmten Füllstand erreicht hat, werden alte Bilder automatisch gelöscht, sofern sie zuvor erfolgreich übertragen wurden.

Praxis

Ich war zunächst skeptisch, wie gut das funktionieren soll. Fangen wir also mit der Konfiguration an: die funktioniert tatsächlich so leicht, wie ich oben beschrieben habe, auch wenn die Dialoge manchmal nicht ganz intuitiv sind. Sobald man alles eingestellt hat, zieht man die Speicherkarte aus dem PC heraus und schiebt sie in die Kamera. Mehr ist nicht zu tun. Nachdem man die ersten Bilder geknipst hat, wartet die Karte einen kurzen Moment ab und fängt mit der Übertragung an. Als Ziel habe ich ein Android-Tablet gewählt, nach etwa 1 min werden dort die ersten Fotos angezeigt. Die Android-Anwendung bietet als nette Funktion an, dass neu eingegangene Bilder sofort im Vollbild dargestellt werden – Polaroid 2.0.

Der Adhoc-Modus funktioniert nicht wesentlich anders. Allerdings dauert die Übertragung hier ein wenig länger, weil zunächst die WLAN-Verbindung aufgebaut werden muss. Und das ist das erstaunliche, denn eigentlich habe ich angenommen, dass der Umweg über das Internet länger dauern müsste. Interessant ist dabei, dass die Eye-Fi-Software auf dem Zielgerät dafür sorgt, dass bei bestehender WLAN-Verbindung diese unterbrochen und die Verbindung zur Eye-Fi-Karte für die Dauer der Übertragung aufgebaut wird.

Etwas fummelig war die Einrichtung eines FTP-Servers als Ziel. Nach ein bisschen Ausprobiererei war aber auch das erfolgreich. Kurios ist jedoch, dass sich der Eye-Fi-Server manchmal ein wenig in den Verzeichnissen verheddert, und ab und zu ein Foto im falschen Ordner landet. Wirklich reproduzieren konnte ich das noch nicht, es ist mir nur einmal aufgefallen.

Wer die Eye-Fi-Karte mit einer Spiegelreflex-Kamera verwenden möchte, die nur über einen CF-Slot verfügt, ist auf einen Adapter angewiesen. Sofern man den richtigen gefunden hat, funktioniert aber auch das. Wichtig ist dabei, dass er zum einen mit den Eye-Fi-Karten kompatibel ist, zum anderen auch die jeweilige Speicherklasse unterstützt.

Die Funktion mit dem endlosen Speicher habe ich nicht wirklich zuverlässig zum Laufen bekommen. Obwohl die Karte fast randvoll war und ich ihr genug Zeit gegeben habe, die Fotos zu übertragen, änderte sich nichts am Speicherstand. In den diversen Beschreibungen war zu lesen, dass das Leerräumen der Karte erst nach dem Aus- und Einschalten passieren würde. Aber wirklich hinbekommen habe ich es nicht. Vielleicht liegt es auch an meiner Kombination der Zielspeicher, so dass das System nicht alle Bilder im „sicheren Hafen“ gewähnt hat. Andererseits muss ich auch sagen, dass ich diese Funktion für überflüssig ansehe, denn der Speicherplatz der von mir getesteten Karte mit 8 GB war mehr als ausreichend. Knapp wird es eigentlich immer nur dann, wenn man innerhalb kurzer Zeit sehr viele Fotos schießt. Doch ausgerechnet dann wird diese Funktion hier versagen, da man der Karte ja die Zeit geben muss, um die Bilder zu übertragen – und das dauert in diesem Fall länger als sie zu knipsen.

Selbstverständlich geht das alles irgendwo auf die Akkulaufzeit. Ich hab die Karte auf einer Party mit der Olympus TG-1 getestet. Nach 40 Bildern (und 5 Stunden) war der Akku leer.

Fazit

Was für eine nette Spielerei! Es ist durchaus praktisch, dass man seine Bilder nicht mehr per Hand auf den PC kopieren muss, sondern sie automatisch dorthin übertragen werden. So den direkten Einsatzbereich dafür habe zumindest ich noch nicht gefunden, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass bei Foto-Sessions es durchaus vorteilhaft sein kann, wenn die Bilder direkt auf dem PC landen. Allerdings muss man sich hier von dem Gedanken verabschieden, dass die Fotos sofort angezeigt werden. Es dauert immer einen kleinen Moment, bis die Karte überhaupt loslegt, die Bilder zu übertragen. Während des Fotografierens geschieht dies nicht, sondern immer erst in einer Fotografierpause. Die Kamera darf selbst verständlich nicht ausgeschaltet werden. Kameras, die die Eye-Fi-Karte nicht explizit unterstützen, sollte man hier davon abhalten, in den Energiesparmodus zu schalten. Ansonsten ist es wirklich nett, zum Beispiel auf Partys den Tablet-PC auf den Tisch zu legen, auf dem sich die Besucher direkt die eben geschossenen Partybilder ansehen können.

Eye-Fi Pro X2 8 GB

Passender Adapter zum Betrieb der SD-Karte im CF-Slot

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