Drift HD Ghost

Verbesserter Nachfolger der Actioncam

Letztes Jahr hatte ich bereits die Drift HD im Test, eine Action-Kamera in „Bullet“-Bauform. Nun hatte ich die Gelegenheit den nochmals verbesserten Nachfolger HD Ghost in der Praxis zu erproben. Die Generalüberholung hat sich gelohnt, beim neuen Modell sind viele Kleinigkeiten verbessert, womit die HD Ghost meine klare Empfehlung erhält.

Technik

Die grundlegenden technischen Eigenschaften sind gegenüber dem Vorgängermodell nicht verändert worden. Die HD Ghost nimmt ebenfalls Videos in 1080p mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde mit einem Blickwinkel von 170° auf, der sich auf 127° und beim neuen Modell auch auf 90° reduzieren lässt. Möglich wird das durch einen höher auflösenden Bildsensor, der nun auch Fotos in 11 statt bisher 9 Megapixel aufnehmen kann.

Geblieben ist die innovative Optik, die sich inklusive Kameramodul um 300° drehen lässt, um das Kameragehäuse in einer beliebigen Position montieren zu können.

Neu ist auch eine auch bei hellem Sonnenlicht gut sichtbare Kontrolllampe, die den aktuellen Betriebsmodus anzeigt. Verändert wurde auch die Positon der Bedienelemente, die von der Vorderseite nun auf die Oberseite gewandert sind und deutlich größer und handschuhfreundlicher gestaltet sind.

Der Bildschirm konnte dadurch auch ein wenig in die Größe wachsen und wird jetzt von einem Scheibchen Gorillaglas geschützt.

Während der Vorgänger nur gegen Spritzwasser geschützt war, ist das Gehäuse der HD Ghost nun wasserdicht bis zu einem Druck von 3m. Damit entfällt das klobige Schutzgehäuse bei dem Einsatz im Wassersport (Surfing, Kite, etc.), zum Tauchen ist es aber immer noch notwendig.

Aufgestockt wurde auch beim Akku, der nun über 1700 mAh Kapazität verfügt (gegenüber 1200 mAh beim Vorgänger) und damit etwas mehr Spielraum bietet.

Die HD Ghost hat nun erstmal auch Wireless LAN an Bord, das allerdings nur dazu genutzt werden kann, um die Kamera per Smartphone-App fernzusteuern. Neu ist auch die Zwei-Wege-Fernbedienung, die über großflächige LED-Lichtsignale den aktuellen Betriebszustand der Kamera anzeigt. Wasserdicht ist sie leider immer noch nicht.

Von den Abmessungen ist alles beim alten geblieben, auch das Stativgewinde (aus Metall) sitzt an der alten Stelle, Halterungen und das sonstige Zubehör sollten weiter passen.

Auch bei der Software gab es einige Detailverbesserungen: So kann die Kamera nun auch während der Videoaufnahme Fotos schießen, diese allerdings nicht in voller Auflösung. Ein neuer Aufnahmemodus ist besonders für Sportler interessant, die es nicht direkt auf „aufnehmenswerte“ Szenen anlegen, aber dennoch nichts verpassen möchten: Dabei nimmt die Kamera permanent auf, aber erst wenn die Aufnahmetaste gedrückt wird, speichert sie das Video dauerhaft.

In diesem Daueraufnahmemodus zeichnet die Kamera einzelne Blöcke mit einer wählbaren Zeitspanne von 30 Sekunden bis 20 Minuten auf. Drückt man die Aufnahmetaste, so wird der aktuelle Aufnahmeblock, der vorherige und der nachfolgende dauerhaft gespeichert. In einem Videobearbeitungsprogramm lassen sich die Blöcke anschließend nahtlos zusammenfügen.

Auch neu ist der Dashcam-Modus, der dafür gedacht ist, die Kamera im Auto zu installieren. Sobald die Kamera Strom über das Ladekabel erhält, startet dann die Aufnahme, wird der Strom abgeschaltet, dann wird sie wieder angehalten. Aufgenommen wird endlos bis die Karte voll ist, wobei dann die ältesten Aufnahme überschrieben werden.

Praxis

Die Verlagerung der Bedienelemente auf die Oberseite ist meiner Meinung nach eine der besten Veränderungen. Denn da die Tasten aufgrund der wasserdichten Ausführung des Gehäuses ein wenig schwergängig sind, kann man so mit dem Daumen die andere Seite des Gehäuses abstützen. Selbst mit Handschuhen lässt sich so die Aufnahmetaste drücken.

Wieder einmal musste ich im praktischen Einsatz feststellen, dass sich das drehbare Objektiv der Kamera durch nichts ersetzen lässt. So ist es nicht notwendig, sie wie das Modell eines populären Wettbewerbers oben auf den Helm zu setzen, und damit wie ein alberner Teletubbie über die Piste zu laufen. Links oder rechts am Helm ist sie deutlich diskreter.

Auch bei der Montage am Surfbrett oder Segel bietet das drehbare Objektiv wesentlich mehr Freiräume. Die Kamera lässt sich geschützt hinter den Gabelbaum setzen, das Ausrichten des Bildes erfordert nicht das Versetzen oder Verdrehen des gesamten Aufbaus.

Geschmackssache ist die neue Fernbedienung, die nun deutlich größer ist als die des Vorgängermodells. Um sie direkt am Handgelenk zu tragen, ist sie somit zu groß, auf dem Ärmel einer Jacke geht es jedoch. Vorteil ist, dass die Tasten nun deutlich handschuhfreundlicher sind. Zudem geben die farbig blinkenden LEDs auch in lauter Umgebung, wo man die Quittungstöne der Kamera nicht hört, zuverlässig Auskunft darüber, ob die Kamera aufnimmt oder in welchem Modus sie sich befindet.

Die Fernbedienung ist nun mit einem Akku ausgestattet und wird per USB-Kabel aufgeladen. Das ist leider auch regelmäßig notwendig, denn das Zweiwege-Funksystem (ebenfalls per WLAN) ist deutlich energiehungriger als das Einwege-System des Vorgängers, das mit der HD Ghost übrigens nicht kompatibel ist.

Nachgebessert wurde übrigens auch bei der Tonqualität. War bei dem Vorgänger bisher zwingend ein externes Mikrofon notwendig, da das eingebaute aufgrund der Abdichtung viel zu dumpf wirkte, lässt das interne Mikro der HD Ghost trotz der höheren Wasserdichtigkeit brauchbare Aufnahmen zu.

Die Steuerung per Wifi und Smartphone-App habe ich nur kurz getestet. Sowohl für iOS als auch für Android steht eine entsprechende Software zur Verfügung. Die Android-Version, die ich ausprobiert habe, befand sich jedoch nur im Beta-Stadium, was man ihr auch an vielen Ecken und Enden angemerkt hat. Viel mehr als das, was man auch über die direkte Bedienung am Gerät einstellen konnte, ging ohnehin nicht. Das Live-Bild wurde nur übertragen, so lange die Aufnahme nicht läuft.

Fazit

Wer vor der Entscheidung zwischen dem alten und etwas billigeren Modell und der neuen, teureren HD Ghost steht, der sollte nicht lange überlegen und den Aufpreis zahlen. Das ist der Nachfolger wert. Das verbesserte Display, die LED-Statusanzeige, der stärkere Akku, die bessere Bedienbarkeit und das wasserdichte Gehäuse haben mich im Vergleich voll überzeugt.

Durch ein kleines Malheur konnte ich das Gehäuse auch gleich auf eine harte Probe stellen: Eine Stunde lang lag die Kamera in etwa 1,5m Tiefe im Meer und hat dies bei laufender Aufnahme schadlos und voll funktionsfähig überstanden.

Drift HD Ghost

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Wenn Sie fortfahren, die Web-Site zu nutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Zurück