Busch+Müller E-Werk

Na, jeder kennt doch die Situation: Da benutzt man unterwegs auf dem Fahrrad sein Handy oder GPS-Navi, da geht dem Akku die Puste aus.

Okay.

Kennt nicht wirklich jeder diese Situation. Aber einige Verrücke, so wie ich, können selbst bei Radtouren nicht auf die technischen Gadgets verzichten. So verrichtet bei mir mein Handy seit zwei Jahren hervorragende Dienste als Fahrrad-Navigationshilfe bei geplanten Radtouren. Das ist wirklich praktisch, denn die Sucherei auf der Karte entfällt dadurch, da diese auf dem Display bequem mitgeführt wird und man letztlich nur der „blauen Linie“ folgen muss. Aber dazu ein anderes mal ausführlicher.

Problematisch bei der Sache ist der unbändige Stromdurst moderner Smartphones, wenn sie etwas mehr tun, als nur im Standby vor sich hin schlummern. Da ist der Akku nach wenigen Stunden einfach leer.

Stromversorgung

Der Hersteller Busch+Müller hat sich in der Vergangenheit hauptsächlich einen Namen mit gut durchdachter Fahrradbeleuchtung gemacht. Meine 3W-LED-Lampe mit Lichtautomatik und Standlicht ist echt klasse! Nun hat B+M das „E-Werk“ im Programm — eine Stromversorgung für elektronische Geräte.

Dabei handelt es sich letztlich um ein Netzteil, das an den Dynamo angeschlossen wird und dadurch während der Fahrt Strom an ein angeschlossenes Gerät liefert.

Funktionsweise

Das E-Werk wird parallel zur Lichtanlage an einen vorhandenen Dynamo angeschlossen. Idealerweise sollte das ein Nabendynamo sein, das System mit einem Seitenläufer zu betreiben, dürfte hier wenig Sinn ergeben. Als Eingangsspannung verträgt das Gerät Spannungen bis zu 50V, kann daher sogar am Akku eines Elektrofahrrads betrieben werden.

Auf der anderen Seite kommt dann eine Spannung bis 13V heraus, die sich in kleinen Schritten wählen lässt. Einstellbar ist ebenfalls der Strom: Hier sind bis zu 1,5A möglich.

Busch+Müller liefern ein kleines Set verschiedener Adapter mit, um zumindest einige Geräte direkt anschließen zu können. Vor allem der USB-Adapter liefert hier gute Dienste. Zusätzlich gibt es Kabelpeitschen mit „offenem Ende“, bei denen man dann selbst zum Lötkolben greifen und mit einem beliebigen Stecker versehen kann.

Montage

Mit ein bisschen Bastelei ist alles verbunden, was man am Fahrrad nachträglich installiert – so also auch die Installation des E-Werks. Zunächst muss die Stromverbindung zum Dynamo hergestellt werden. Hier hat sich bei mir schon das erste Problem gezeigt, da man jetzt nun zwei Kabelenden durch den kleinen Stecker am Nabendynamo zwängen muss: Ein Kabel passt noch mit seiner Isolierung in die Öffnung, bei zwei Kabeln passt nur noch die verdrillte Litze. Das Resultat ist, dass direkt am Stecker nun ein kleines Stück der unisolierten Kabel zu sehen sind. Ich denke, das werde ich irgendwie noch mit Isolierband „verzieren“ müssen.

Das Hauptmodul des E-Werks wird irgendwo am Rahmen befestigt. Im Lieferumfang sind Kabelbinder beigelegt, sowie starke Gummibänder in verschiedenen Längen. Also je nach dem, wie fest man das Gerät installieren möchte, hat man hier die Wahl.

Alle Steckverbindungen – bis auf das Gefummel am o.g. Dynamo-Stecker – sind wasserdicht ausgeführt. Die Kabelenden sind mit Hohlsteckern versehen, die zusätzlich eine Überwurfmutter mit Dichtung besitzen. Das sollte also passen.

Auf dem Gerät befinden sich zwei Einstell-Rädchen für Spannung und Strom, die sich nur mit einem kleinen Imbus-Schlüssel verstellen lassen. Einen passender Mini-Schlüssel steckt direkt am Gerät, wobei ich mich hier frage, wie lang er dort bei etwas rauherem Fahrstil verbleibt. Immerhin werden praktischerweise gleich zwei Ersatz-Schlüsselchen mitgeliefert. Offensichtlich hat man dieses Problem erkannt.

Praxis

Die Verwendbarkeit des E-Werks steht und fällt mit dem Gerät, das damit geladen werden soll. Hauptproblem dabei ist, dass mit jedem Stopp die Stromzufuhr unterbrochen wird. B+M gibt an, dass ab 15 km/h die volle Ladeleistung zur Verfügung steht. Manche Geräte reagieren ein bisschen verschnupft darauf, wenn der der Ladestrom immer wieder ein- und ausgeschaltet wird.

Das nächste Problem ist hauptsächlich bei modernen Handys anzutreffen, die partout nicht mit jedem Ladegerät zusammenarbeiten wollen. Selbstverständlich habe ich ausgerechnet solch ein Gerät erwischt: Mein Nokia N8. Über den normalen Ladeanschluss ist es sehr wählerisch. Offensichtlich ist ein bestimmter Ladestrom notwendig. Wenn der nicht bereits am Anfang zur Verfügung steht, verweigert das Handy die Ladung.

Besser scheint es dann per USB zu funktionieren. Allerdings begnügen sich viele Geräte – so selbstverständlich auch das N8 – nicht einfach damit, 5V am USB-Stecker vorzufinden. Nein, sie erwarten auf der anderen Seite einen „echten“ USB-Anschluss. Okay, das entspricht im Grunde genommen auch der USB-Spezifikation, nach der das angeschlossene Gerät ja zunächst die Stromentnahme „beantragen“ muss.

Busch + Müller haben dieses Problem erkannt, denn der mitgelieferte USB-Adapter scheint eine kleine Logik zu enthalten, der zumindest einen rudimentären USB-Anschluss simuliert. Zumindest habe ich das experimentell herausgefunden, denn das N8 reagiert an diesem Adapter anders, als wenn ich direkt über einen „dummen“ Adapter per USB laden will.

Allerdings kommt das Handy auch hier mit dem schwachen Anlaufstrom nicht zurecht. Abhilfe schafft hier nur ein Puffer-Akku. Dazu verwende ich zur Zeit das bereits vorgestellten ET Survival Pack, das ich auf der einen Seite dann mit dem Handy verbinde, aber gleichzeitig durch das E-Werk aufladen lasse.

Busch + Müller haben auch dieses Problem erkannt, denn sie bieten seit kurzem selbst auch einen Puffer-Akku an, der ausreichend und kontinuierlich Strom für den USB-Anschluss bereitstellt. Mal sehen, vielleicht besorge ich mir den noch.

Fazit

Das Stromproblem für Radtouren scheint jedenfalls gelöst zu sein. Die kleineren Probleme, die jetzt noch auftreten, liegen letztlich an dem zickigen Verhalten des N8, das besondere Ansprüche an das Ladegerät stellt.

Busch + Müller E-Werk

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