AVM Fritz!Fon MT-F

Das Telefon für die Fritz!Box

Festnetztelefone fristen ja schon fast ein Nischendasein, doch in vielen Haushalten sind sie immer noch vorhanden. Bedauerlicherweise liegen zwischen ihnen und modernen Smartphones von dem Komfort und der Bedienung Welten. Die Firma AVM, bekannt durch die FRITZ!Box, bietet für eben diese auch passende Schnurlostelefone an. Das Modell MD-F habe ich mir deshalb etwas genauer angeschaut.

Technik

Die größeren Modelle der FRITZ!Box verfügen schon seit längerem eine DECT-Modul, so dass die integrierte Telefonfunktion mit kompatiblen Schnurlostelefon genutzt werden kann. AVM ist zudem bekannt dafür, dass sie allerlei nützliche und bisweilen unnütze Funktionen zur Verfügung stellen, die weit über das hinausgehen, was man von anderen Geräten her kennt.

So bietet die FRITZ!Box als Telefonanlage die Möglichkeit, zentrale Telefonbücher zu verwalten, mehrere Anrufbeantworter, diverse Rufnummernfilterungsmöglichkeiten, Zugriff auf E-Mails, RSS-Feeds, und jede Menge Schnickschnack mehr. Nutzen kann man dies wahrlich nur, wenn man ein passendes Handgerät dafür hat. Zwar lassen sich per DECT prinzipiell alle aktuellen Schnurlostelefonen mit der FRITZ!Box verbinden, aber sobald es über die reine Telefonfunktion hinausgeht, stößt man schnell auf Kompatibilitätsprobleme. Das fängt schon bei so simplen Dingen an, wie die Übermittlung der Rufnummer. Beim Zugriff auf die Sonderfunktionen der FRITZ!Box ist man endgültig auf spezielle Handgeräte angewiesen. Die Suche nach einem kompatiblen Handgerät ist sehr mühsam, viele Siemens-Geräte bieten einen Zugriff auf die Grundfunktionen, Geräte des Schweizer Herstellers Swissvoice ermöglichen teilweise auch die Bedienung der Sonderfunktionen, da AVM die DECT-Technik von den Schweizern eingekauft hat.

Richtig Spaß macht es allerdings erst, wenn man die von AVM selbst angebotenen Geräte verwendet. Das MT-F ist derzeit das Topmodell, dass den meisten Komfort bietet. Es ist ausgestattet mit einem ansprechend großen Farbdisplay, beleuchteten Tasten, einer 3,5 mm-Buchse für Headsets und der obligatorischen Freisprechfunktion. Mit Strom wird das Gerät mit einem Lithium-Ionen-Akku versorgt. Einen Gürtelclip gibt es leider nicht.

Ansonsten entspricht das MT-F vom Aussehen und der Bedienung her den gängigen Geräten von Siemens (Gigaset) und Swissvoice, wobei ich viele Details eleganter gelöst sehe. Das fängt schon bei der Anrufliste an, die übersichtlich sämtliche angenommene, geführte und verpasste Gespräche aufführt. Das Telefonbuch selbst fasst wie heutzutage üblich zu einem Namen mehrere Telefonnummern. Da das Telefonbuch bzw. die Telefonbücher auf der FRITZ!Box verwaltet werden, stehen sie jedem Handgerät zur Verfügung. Mit der neuesten Firmware der FRITZ!Box ist sogar ein Abgleich mit eigenen Online-Adressbüchern möglich, wie zum Beispiel Google-Contacts. Damit kann man nun auf dem Handy und den Schnurlostelefonen zu Hause auf denselben Adressdatenbestand zugreifen, der bequem automatisch abgeglichen wird.

Der Zugriff auf den oder die Anrufbeantworter erfolgt ebenfalls über das Menü im Handgerät, wobei Name des Anrufers, Telefonnummer, Zeit und Dauer angezeigt werden. Der Stand-By-Bildschirm informiert über verpasste Anrufe oder eingegangene Nachrichten.

Die FRITZ!Box erlaubt es auch, mit dem Handgerät E-Mails zu lesen. Dazu muss man sein Mailkonto in der FRITZ!Box einrichten. Bedauerlicherweise geht das nur mit POP3-Servern, nicht mit IMAP, so dass der Lesestatus der Mails nicht berücksichtigt wird. Ob das Lesen von Mails auf dem Handgerät überhaupt so wahnsinnig wichtig ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt. Gleiches gilt für die Anzeige von RSS-Feeds, also z.B. Nachrichten oder Börsenticker. Ebenfalls kann man den Medienserver der FRITZ!Box ansprechen und auf dem Handgerät Musik bzw. Internetradio abspielen. Mit dem eingebauten Lautsprecher macht das es selbstverständlich keinen großen Spaß, aber über die Anschlussbuchse lassen sich schließlich auch Kopfhörer oder externe Lautsprecher anschließen. Auch hier stellt sich die Sinnfrage, ob man das wirklich braucht.

Wesentlich interessanter hingegen ist der Zugriff auf ein paar Steuerungsmöglichkeiten der FRITZ!Box: Über das Handgerät lässt sich zum Beispiel das WLAN ein- und ausschalten oder der Gastzugang aktivieren. Auch die neuen Heimautomatisierungssysteme von AVM sollen sich mit dem Handgerät steuern lassen. Testen konnte ich das nicht.

Praxis

Das MT-F macht mit seinem schwarzen Gehäuse, das glücklicherweise nur auf der Vorderseite hoch glänzend ist, einen hochwertigen Eindruck. Es liegt gut in der Hand, ist nicht so leicht nicht zu schwer. Das Display ist in Innenräumen perfekt abzulesen, die Tastaturbeleuchtung ist bei den weiß auf schwarz beschrifteten Tasten jedoch zwingend notwendig. Das zeigt sich insbesondere dann, wenn es im Raum dunkel ist. Leider ist es nicht besonders leicht, eine Taste blind nur durch fühlen zu finden, da sie eng und fast nahtlos aneinander grenzen. Das fällt mir immer dann unangenehm auf, wenn ich ein Gespräch beenden möchte. Denn dann hat sich die Tastaturbeleuchtung schon längst abgeschaltet und ich muss im Blindflug irgendwie die Rote-Hörer-Taste finden.

Die Gesprächsqualität des MT-F ist tadellos. Es unterstützt auch die so genannte HD-Telefonie, die jedoch einen geeigneten Gesprächspartner und eine kompatible Leitung (ISDN oder Voice over IP) voraussetzt. Ich konnte es zumindest mal intern ausprobieren, die Qualität ist beeindruckend. Da ich jedoch niemanden kenne, der in der freien Wildbahn ein HD-Telefonie-Gerät besitzt, muss ich mich mit der normalen Telefonqualität in der Praxis begnügen.

AVM hat dem MT-F eine 3,5mm-Buchse für den Anschluss von Headset oder Kopfhörer spendiert. Die meisten anderen DECT-Schnurlostelefone verwenden jedoch eine 2,5mm-Buchse, weshalb man ein wenig die Augen aufmachen muss, um das richtige Headset zu finden. Die Belegung der Kontakte des Steckers ist nicht genormt. Das MT-F bietet dafür jedoch eine automatische Erkennung, die man einmal beim Anschluss eines neuen Headsets ausführen muss. Mit meinem Headset von Jabra hat dies tadellos funktioniert. Erfreulicherweise lässt sich die Hörerlautstärke für das Headset separat einstellen und speichern.

Gerade beim freihändigen Sprechen vermisse ich jedoch den Gürtelclip, so dass ich mir das Gerät immer irgendwie in einer Hosentasche stecken muss. Das ist etwas unschön, aber ich kann damit leben.

Ein wahrer Segen ist es für mich, dass die FRITZ!Box mein Telefonbuch direkt aus den Google-Kontakten übernimmt. Da ich diese auch mit Handy und meinem Outlook am PC abgleichen habe ich überall dieselben Telefonnummern – verdammt, auf sowas warte ich jetzt schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Alle bisherigen Schnurlostelefone die ich benutzt habe, hatten diesbezüglich allenfalls Notbehelfe zu bieten.

Wie lang der Akku des Geräts hält, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Auch wenn ich es nicht immer in die Ladestation zurück stelle, hatte ich bisher noch nicht, dass der Akku einen kritischen Ladestand erreicht hat. Ich werde dies bei Gelegenheit nachreichen.

Fazit

Das AVM MT-F ist das perfekte Schnurlostelefon für die FRITZ!Box. Nach diversen Experimenten mit „kompatiblen“ DECT-Geräten, kann ich nur dazu raten, direkt ein Handgerät von AVM zu nehmen. Das erspart viel Frust und bietet den vollständigen Komfort. Auch das berüchtigte Knacken, das bei manchen Handgeräten beim Betrieb an einer FRITZ!Box auftritt, habe ich beim MT-F noch nicht gehört. Ich überlege ernsthaft, mir noch mindestens ein zweites anzuschaffen und die übrigen Apparate komplett auszumisten.

AVM FRITZ!Fon MT-F DECT-Komforttelefon für FRITZ!Box 

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