AVM Fritz!Box 7270

Jetzt war es soweit, meine alte Fritz!Box musste einer neuen weichen. Lange Zeit hat sie mir treue Dienste geleistet, aber irgendwann muss mal Schluss sein. Warum? Weil die neue mehr kann — und darauf möchte ich gerne eingehen.

AVM ist ja an sich ein sympatischer Hersteller. Sie entwickeln und fertigen in Deutschland und haben den Begriff „Bananenprodukt“ eine völlig neue Bedeutung gebeben — positiv! AVM verfolgt im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern eine äußerst umfangreiche Produktpflege und veröffentlicht regelmäßig neue Software-Updates für ihre Produkte. Diese Updates enthalten nicht nur Fehlerbeseitigungen, nein, sie rüsten völlig neue Funktionen nach, die die Geräte zum Kaufzeitpunkt noch nicht besaßen (und auch nicht beworben wurde). Fairerweise muss man aber auch zugestehen, dass die eine oder andere Fehlerbereinigung dabei ist und insbesondere bei frisch auf dem Markt erschienenen Modellen nicht alles so 100%ig funktioniert. Darum ist man gut beraten, bei AVM erst ein halbes bis ein Jahr nach dem Erscheinen zuzuschlagen. Doch dann lohnt es sich umso mehr.

Bei der von mir nun erstandenen Fritz!Box 7270 kann sich allein die Grundausstattung schon sehen lassen. Als da wären DSL nach den aktuellen Geschwindigkeitsstandards (ADSL2+), WLAN mit 300 MBit/s (802.11n Draft 2.0), interner S0-Bus, VoIP-Funktionalität und DECT-Station.

Das alles macht die Fritz!Box zur umfangreichen Kommunikationszentrale für den Privathaushalt, mit der man Daten- und Telefonanbindung komplett in einem Gerät abhandeln kann.

Hinzu kommen noch nette Gimmicks, wie z.B. den Druckerserver, über den man per LAN/WLAN auf an die Box angeschlossene USB-Drucker zugreifen kann, Netzwerk-Datenspeicher oder ein UPnP-Musikserver, die beide auf Dateien auf einem angeschlossenen USB-Stick zugreifen können.

Mit dem aktuellen Software-Stand verfügt die Fritz!Box zudem über einen Anrufbeantworter und Faxserver, der die empfangenen Daten auf Wunsch auch per E-Mail weiterleitet.

Alles in allem eine eierlegende Wollmilchsau im Heimnetzwerk.

Der neueste Clou ist die Mögluchkeit, VoIP-Telefone intern an die Box anzumelden, um mit ihnen über die eigene Festnetz-Leitung telefonieren zu können. Da mittlerweile viele WLAN-fähige Handys über einen VoIP-Client verfügen, lassen die sich somit daheim wie ein Schnurlostelefon am häuslichen Telefonanschluss nutzen.

Praxis

Einer meiner Hauptgründe für die Anschaffung der Box war die erweiterte Telefon-Funktionalität. Ich wollte alles in einer Hand haben, nur noch ein Telefonbuch und nur noch eine Station. Die Box verfügt über eine DECT-Station, an die sich bis zu 6 Schnurlostelefone anmelden lassen. Das funktioniert soweit mit jedem GAP-fähigen Modell. Wer allerdings auf erweiterte Funktionen der Box zugreifen oder wenigstens die Nummer des Anrufers angezeigt bekommen möchte, ist in der Auswahl recht eingeschränkt.

Telefonieren geht mit jedem DECT-Gerät. Die Rufnummeranzeige funktioniert jedoch nur mit Modellen von Siemens, Swissvoice und baugleichen Geräten z.B. T-Com Sinus. Möchte man über das Telefonmenü auf Anruflisten, Anrufbeantworter und Telefonbuch zugreifen, schrumpft die Liste auf wenige Modelle von Swissvoice und Siemens zusammen.

Am besten funktioniert es mit den von AVM selbst angebotenen Handgeräten MT-C und MT-D — darin steckt jedoch Swissvoice-Technik, so dass man hier auch auf die zum MT-C baugleiche Modelle wie z.B. das Averna 337 zurückgreifen kann.

Ich habe durch Zufall bei einem großen Online-Auktionshaus einen Posten baugleicher Geräte unter dem Label der schweizer Telefongesellschaft Swissvoice ergattern können — funktioniert soweit tadellos.

Fazit

Die Grundfunktionen erledigt die Box bestens. Sie ist stabil und bei mir bisher noch nicht einmal abgestürzt, was man von dem alten Modell nicht behaupten kann. Die Telefonfunktionen sind ausgezeichnet.

Im DECT-Betrieb habe ich gelegentlich ein paar Knackser in der Leitung, wobei ich nicht weiß, ob das am Handgerät oder an der Box liegt. Der Betrieb meines Handys Nokia N95 per VoIP als Anlagentelefon funktioniert auch tadellos, lediglich mit meinen gespeicherten Telefonnummern verträgt sich die Box nicht. Ich habe alle Nummern mit dem internationalen Prefix +49 gespeichert — das versteht die Box nicht, weil es im Festnetz nicht üblich ist. Wähle ich die Nummern mit normaler Vorwahl, funktioniert alles einwandfrei.

Fritz!Box 7270

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