Alpine PartyPlug

Klangechter Gehörschutz für Konzert und Club

Seien wir ehrlich: Im Konzert in der ersten Reihe stehen ist einfach nur geil. Weniger geil ist nach zweieinhalb Stunden Dauerfeuer aus den Boxentürmen das dumpfe Drücken oder Pfeifen auf den Ohren – mal von den möglichen Spätfolgen ganz abgesehen. Doch während man hier immer häufiger Besucher mit Ohrstöpseln sieht (oder Leute, die sich kunstvoll die Taschentücher hinein popeln), wirkt das auf Partys oder im Club eher uncool (auch wenn das einem ja egal sein sollte, ist es aber dann doch irgendwie nicht).

Darüber hinaus ist es mit herkömmlichen Ohrstöpseln, Ohropax oder improvisierter Versiegelung ohnehin vorbei mit dem Musikgenuss, denn außer den rumpelnden Bässen kommt da nicht mehr viel an. Diesem Problem hat sich die Firma Alpine (nicht zu verwechseln mit dem Autoradio-Hersteller oder dem Autotuner) angenommen und bietet mit den Alpine PartyPlug Ohrstöpsel an, die erstens so tief sitzen, dass man sie kaum sieht, und zweitens mit einem ausgeklügelten Filter versehen sind, der ein gleichmäßiges Klangspektrum für den perfekten Musikgenuss durchlässt.

Technik

Die Alpine PartyPlugs sind die jüngste Generation des niederländischen Gehörschutz-Spezialisten. Seit rund 20 Jahren bieten sie nun Ohrstöpsel und Kapselgehörschutz für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche an. Am ausgefeiltesten sind dabei jedoch die speziell für Musiker und Musikliebhaber zugeschnitten Modelle.

Die Ohrstöpsel selbst haben die typische Pilzform und verfügen über zwei Lamellen für optimale Passform. Die Plugs sind nicht geschlossen, sondern haben in der Mitte ein Röhrchen, an dessen äußerem Ende das Herzstück sitzt: der Filter. Ein kleines Steckerchen verschließt die Röhre, hat jedoch selbst wieder eine winzige Öffnung, die so geformt ist, dass bestimmte Schallfrequenzen zu einem gewissen Grad passieren können.

Dieser Filter ist notwendig, da hohe Schallfrequenzen weniger energiereich sind und daher stärker gedämpft werden, als tiefe. Das kennt jeder, wenn man von einem vorbei fahrenden Auto nur das dumpfe Wummern der Bässe hört. Der Filter im Alpine PartyPlug sorgt also dafür, dass neben den tiefen Tönen, die sich ohnehin ihren Weg suchen, auch eine ausreichende Menge an höheren Tönen durchgelassen werden, damit sich daraus ein ausgewogenes Klangbild ergibt.

Alpine bietet übrigens verschiedene Filter an, je nach dem, in welchem Umfeld man sie nutzen möchte. So gibt es auch Filter speziell für Musiker, die ja unmittelbar an der Schallquelle sind. Die Filter der PartyPlugs sind auf die typische Lautstärke in Konzerten und Diskotheken ausgelegt, zudem sind sie transparent, so dass man sie kaum auffallen. Die Ohrstöpsel selbst gibt es in weiß, grau und schwarz.

Praxis

Ich verwende die Alpine-Ohrstöpsel schon seit vielen Jahren und habe so auch die Weiterentwicklung miterleben können. Die PartyPlugs bieten dabei das für mich am harmonischsten wirkende Klangbild. Sie dämpfen nicht so stark wie z.B. die MusicSafe, dafür hat man dann etwas mehr von der Musik und kann sich auch noch unterhalten.

Das Einsetzen der Ohrstöpsel sollte man vor dem ersten Benutzen üben. Da sie im Gegensatz zu den herkömmlichen, tannenbaumartigen Modellen keinen „Stiel“ zum Anfassen haben, erfordert es ein wenig Geschick, sie richtig einzusetzen. Ein guter Tipp dabei ist, mit einer Hand über den Kopf das Ohr ein wenig nach oben zu ziehen, dann geht es etwas leichter. Auch ein wenig anfeuchten hilft, dann rutschen sie besser rein.

Unbedingt aufpassen sollte man, dass die Stöpsel gerade eingesetzt werden. Denn wenn die vordere Öffnung nicht in den Gehörgang zeigt (die Dinger können sich beim Einsetzen leicht verdrehen), hört man nix mehr. Aber keine Sorge, nach ein, zwei Versuchen sitzen sie einwandfrei.

Die Stöpsel sind aus Silikon gefertigt, das sich durch Wärme verformt und sich somit an den Gehörgang anpasst. Im Gegensatz zu den klassischen Schaumstoff-Dingern gibt es kein unangenehmes Drücken. Auch stellt sich nicht dieses unangenehme Gefühl ein, total zugekleistert zu sein – eben weil sie ja offen sind, zumindest ein bisschen. Nach wenigen Minuten hat man sich daran gewöhnt und spürt nicht mehr, dass man Stöpsel im Ohr hat. Auch das Hören an sich wirkt völlig natürlich. Erst wenn die Musik aus ist (oder man mal kurz raus geht), merkt man, dass da was nicht stimmt.

Um die Ohrstöpsel wieder heraus zu bekommen, gibt es ein kleines Werkzeug in Form eines kleinen, hohlen Griffröhrchens. Das führt man sich vorsichtig ins Ohr, steckt es auf das Hinterteil des Stöpsels, verkantet es ein bisschen und dreht den Stöpsel heraus. Das funktioniert erstaunlich gut.

Zu Hause sollte man die Ohrstöpsel mit ein wenig Seifenwasser reinigen und trocknen. Dann sind sie wieder bereit für den nächsten Einsatz. Das mitgelieferte Etui ist zwar etwas klobig, aber darin sind die Stöpsel sicher aufbewahrt und werden nicht flach gedrückt, was ihre Funktion dauerhaft beeinträchtigen würde.

Fazit

Von den neuen Alpine PartyPlug bin ich begeistert, gerade für den Preis von nicht einmal 15 Euro. Lassen wir mal die Moralkeule von wegen Ohrenschäden weg, aber ich genieße es einfach, nach einem lauten Konzert oder Clubnacht die Dinger rauszunehmen und ein frisches, unbeschwertes Hörgefühl zu haben. So kann man den Ausklang des Abends umso besser genießen.

Alpine PartyPlug

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